Belastende Aussagen über Trump Impeachment-Zeuge Vindman verlässt das US-Militär

Oberstleutnant Alexander Vindman quittiert nach 21 Jahren den Militärdienst. Als Grund nennt er eine "Kampagne von Mobbing, Einschüchterung und Vergeltung" durch US-Präsident Trump nach dem Amtsenthebungsverfahren.
Alexander Vindman vor dem Geheimdienstausschuss des Abgeordnetenhauses im November 2019

Alexander Vindman vor dem Geheimdienstausschuss des Abgeordnetenhauses im November 2019

Foto: Andrew Harnik/ AP

Im Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump gehörte Alexander Vindman zu den wichtigsten Zeugen: Der Oberstleutnant hatte das Telefonat des US-Präsidenten mit seinem ukrainischen Kollegen Wolodymyr Selenksyj mitgehört, das die Ukraineaffäre auslöste. Nun zieht sich Vindman nach scharfen Angriffen des US-Präsidenten aus dem Militärdienst zurück.

"Durch eine Kampagne von Mobbing, Einschüchterung und Vergeltung zwang der Präsident der Vereinigten Staaten Oberstleutnant Vindman zu einer Entscheidung: zwischen der Einhaltung des Gesetzes oder der Zufriedenheit eines Präsidenten", teilten seine Anwälte mit. Deshalb quittiere der 45-Jährige nach 21 Jahren bei den Streitkräften seinen Dienst - es sei klar geworden, dass Vindmans Zukunft beim Militär für immer eingeschränkt wäre.

"Es war unangemessen vom Präsidenten"

Der Offizier hatte im November bei den Anhörungen im Zuge der Ermittlungen für ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump als Zeuge ausgesagt. Er äußerte dabei scharfe Kritik an den Aussagen des Präsidenten bei dem Telefonat mit Selenskyj. Das Gespräch hatte die Ermittlungen der US-Demokraten ins Rollen gebracht und zur Formulierung der zentralen Vorwürfe geführt: dass Trump seinen ukrainischen Amtskollegen zu Ermittlungen gegen seinen politischen Rivalen Joe Biden ermuntert habe, um die Präsidentenwahl 2020 zu seinen Gunsten zu beeinflussen.

Vindman war unter Strafandrohung zur Aussage vorgeladen worden und sagte im Kongress: "Es war unangebracht, es war unangemessen vom Präsidenten, eine Untersuchung zu einem politischen Gegner zu erbitten, einzufordern."

Zwei Tage, nachdem Trump im Februar von der republikanischen Mehrheit im Senat von den Anklagepunkten freigesprochen worden war, wurde Vindman von seinem Posten als Ukraine-Experte des Nationalen Sicherheitsrats im Weißen Haus entlassen. Die Vorsitzende der Parlamentskammer, die Demokratin Nancy Pelosi, bezeichnete Vindman als einen "amerikanischen Helden" und verurteilte seinen Rauswurf als "beschämend".

Trump dagegen, der auch andere Schlüsselzeugen im Nachhinein entließ, hatte bei Twitter über Vindman hergezogen: Dieser habe von seinem Vorgesetzten eine "schreckliche Bewertung" bekommen. Vindman habe "Probleme beim Urteilsvermögen, bei der Einhaltung der Befehlskette und dem Leaken von Informationen" gehabt. "Mit anderen Worten: 'RAUS'", schrieb Trump.

mes/dpa
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