Videobotschaft von Donald Trump "Ich glaube, das ist die wahre Prüfung"

Der an Covid-19 erkrankte US-Präsident hat sich aus dem Krankenhaus gemeldet. Er sagt, ihm gehe es schon "viel besser", der wahre Test stehe aber erst noch bevor. Trumps Kinder sollen jetzt seinen Wahlkampf übernehmen.
"Es geht mir viel besser": Donald Trump in seiner Videobotschaft

"Es geht mir viel besser": Donald Trump in seiner Videobotschaft

Foto: THE WHITE HOUSE / REUTERS

Lebenszeichen aus dem Krankenhaus: Mit einem kurzen Video hat sich Donald Trump aus dem Militärkrankenhaus in Bethesda gemeldet. "Es geht mir viel besser", sagt der US-Präsident in dem vierminütigen Clip. Er sagt aber auch, die kommenden Tage seien die "wahre Prüfung" für seinen Kampf gegen die Krankheit. Nichtsdestotrotz werde er "bald zurück" sein und den Wahlkampf wieder aufnehmen.

Das Video ist im Walter Reed National Military Medical Center aufgenommen worden. Dort wird Trump seit Freitagabend Ortszeit wegen Covid-19 behandelt, unter anderem mit zwei Medikamenten; das eine ist eigentlich nur für schwere Covid-19-Verläufe zugelassen, das andere noch gar nicht. Der Präsident ist auf den Bildern etwas blasser als sonst und sieht müde aus. Er trägt ein blaues Sakko und ein weißes offenes Hemd ohne Krawatte.

DER SPIEGEL

Der Arzt des Weißen Hauses, Sean P. Conley, sagte, kurz nachdem das Video bei Twitter veröffentlicht wurde, Trump habe kein Fieber und mache "bedeutende Fortschritte", er sei allerdings noch nicht "über den Berg".

Widersprüchliche Angaben zu Trumps Gesundheitszustand

Diese Aussagen stehen in Widerspruch zu dem, was Conleys Team zuvor mitgeteilt hatte. Die Ärzte hatten zunächst behauptet, sie seien "extrem" zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Covid-19-Infektion des 74-Jährigen. Trump habe keine Atemnot und erhalte keinen Sauerstoff.

Kurz davor hatte auch Trumps Stabschef Mike Meadows zu Reportern gesagt, einige der Werte seien in den vergangenen 24 Stunden besorgniserregend gewesen. Der Präsident sei noch nicht eindeutig auf dem Weg der Erholung: "Die nächsten 48 Stunden werden entscheidend sein, was seine Behandlung betrifft." Laut der "New York Times" soll der US-Präsident außer sich gewesen sein wegen der Äußerungen seines Stabschefs .

Durch einen Anruf bei einer "Fox News"-Nachrichtensendung versuchte Meadows hinterher, seine Aussagen abzuschwächen, und pries seinen Chef als einen "außergewöhnlichen Patienten". Er bestätigte aber auch, dass Trumps Sauerstoffwerte schlecht gewesen seien: "Die Sauerstoffsättigung im Blut ist schnell gefallen."

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Die "New York Times" berichtet  weiter unter Berufung auf zwei Quellen, Trump habe am Freitag Atemnot gehabt. Ärzte hätten ihm Sauerstoff zugeführt und dann entschieden, ihn ins Walter-Reed-Krankenhaus zu transferieren, um ihn im Falle von Komplikationen besser behandeln zu können.

Auch auf die Frage, wann das Coronavirus bei Donald Trump nachgewiesen wurde, gibt es unterschiedliche Angaben. Lesen Sie, was bisher bekannt ist und welche Fragen bislang offen sind.

Trumps Vize soll Wahlkampf übernehmen

Früheren Angaben des Präsidialamts zufolge soll Trump als Vorsichtsmaßnahme einige Tage in dem Hospital bleiben und von dort aus weiter arbeiten. Als Wahlkämpfer wird er aber erst mal ausfallen. Deshalb sollen seine Kinder und Vizepräsident Mike Pence für ihn einspringen. Trumps Wahlkampfteam rief dafür am Wochenende die "Operation MAGA" aus - in Anlehnung an das Motto "Make America Great Again", mit dem es Trump vor vier Jahren ins Weiße Haus geschafft hatte.

Pence soll nun am 8. Oktober einen ersten Wahlkampfauftritt für Trump in Peoria im Bundesstaat Arizona absolvieren. Für den Tag davor ist seine TV-Debatte mit der demokratischen Vize-Kandidatin Kamala Harris in Salt Lake City angesetzt. Neben Pence sollen unter anderem auch Trumps Kinder Donald Trump Jr. und Eric Trump zu Wahlkampfevents reisen.

löw/dpa/AFP