Machtkampf in den USA Trump-Kritikerin Liz Cheney verliert Vorwahl in Wyoming

Donald Trumps Plan ist aufgegangen: Die von ihm unterstützte Kandidatin hat die Vorwahl der Republikaner in Wyoming gewonnen – und damit Liz Cheney besiegt. Die gilt als schärfste parteiinterne Kritikerin des Ex-Präsidenten.

Die US-Republikanerin Liz Cheney ist als scharfe Kritikerin des früheren Präsidenten Donald Trump bekannt. Nun hat die konservative Abgeordnete die Vorwahlen ihrer Partei in ihrem Heimatstaat Wyoming verloren – und zwar gegen Harriet Hageman, die von Trump unterstützt worden war.

Cheney wird nun ihren Sitz im Repräsentantenhaus in Washington verlieren. Noch am Wahlabend versprach sie, sie werde alles unternehmen, um eine Rückkehr Trumps ins Weiße Haus zu verhindern.

Die 56-Jährige ist Vizevorsitzende des parlamentarischen Untersuchungsausschusses zum Angriff auf das US-Kapitol am 6. Januar 2021. Trump-Unterstützer wollten an diesem Tag nach einer aufrührerischen Rede des damaligen Präsidenten verhindern, dass der Kongress offiziell den Demokraten Joe Biden zum Sieger der Präsidentschaftswahl erklärt.

Neben Cheney sitzt nur ein weiterer Abgeordneter der Republikanischen Partei in dem Untersuchungsausschuss. Sie hatte bereits nach der Kapitol-Erstürmung als eine von nur zehn Abgeordneten der Republikaner für die Eröffnung eines zweiten Amtsenthebungsverfahrens gegen Trump gestimmt. Im Senat kam die notwendige Mehrheit für eine Verurteilung aber nicht zustande.

Dem Sender CNN sagte Cheney kürzlich, Trump habe sich »der schwersten Pflichtverletzung eines Präsidenten in der Geschichte unseres Landes« schuldig gemacht.

Trump hält bis heute an der längst widerlegten Behauptung fest, er sei durch Betrug um den Sieg gebracht worden. Auch Hageman behauptet, es habe Wahlbetrug gegeben.

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Liz Cheney ist die Tochter des früheren US-Vizepräsidenten Dick Cheney. Der 81-Jährige hatte kürzlich in einem Wahlwerbespot für seine Tochter scharf mit Trump abgerechnet: »In der 246-jährigen Geschichte unserer Nation hat es noch nie eine Person gegeben, die eine größere Bedrohung für unsere Republik darstellt als Donald Trump.«

In den USA werden seit Monaten Vorwahlen für die Kongress-Zwischenwahlen im November abgehalten. Bei den Republikanern gelten die Vorwahlen auch als Gradmesser dafür, wie groß Trumps Einfluss auf die Konservativen noch ist.

Trump unterstützt Palin in Alaska

Auch in Alaska kam es zu Abstimmungen, die landesweit mit Spannung verfolgt wurden. Wegen des komplizierten neuen Wahlsystems in dem Bundesstaat war zunächst nicht klar, wann mit eindeutigen Ergebnissen zu rechnen ist. Dort bewarb sich für die Republikaner die frühere Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin um einen Sitz im Repräsentantenhaus. Der war durch den Tod des langjährigen Abgeordneten Don Young freigeworden. Palin trat gegen zwei Mitbewerber an.

Da der Sitz bereits bei der Kongresswahl im November wieder neu vergeben wird, finden zugleich Vorwahlen statt. Dabei bewerben sich Palin, ihre zwei Mitbewerber und zahlreiche weitere Anwärter um die Kandidatur. Trump hat Palin seine Unterstützung zugesagt.

aar/dpa/AFP
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