US-Debatte über Rassismus und Symbolik Trump nennt Konföderiertenflagge "stolzes Symbol"

Donald Trump provoziert in einem Interview erneut mit Aussagen zur US-Geschichte: Die Flagge der Konföderation, die im Bürgerkrieg für den Erhalt der Sklaverei kämpfte, habe für ihn nichts mit Rassismus zu tun.
Trump-Anhänger im Wahlkampf 2016 mit Flagge der Konföderation: "Es geht nicht um Rassismus"

Trump-Anhänger im Wahlkampf 2016 mit Flagge der Konföderation: "Es geht nicht um Rassismus"

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Matt Rourke/ AP

Die Flagge der Konföderierten, unter der die Südstaaten im Bürgerkrieg zwischen 1861 und 1865 für ein Recht auf Austritt aus den Vereinigten Staaten und für den Erhalt der Sklaverei stritten, sei für ihn ein "stolzes Symbol" des Südens der USA: In einem Interview mit dem Sender Fox News hat sich US-Präsident Donald Trump unversöhnlich in der aktuellen US-Debatte über Rassismus und Symbolik gezeigt.

"Wenn die Menschen stolz ihre Konföderiertenflagge zeigen, geht es ihnen nicht um Rassismus. Sie lieben ihre Fahne, sie repräsentiert den Süden", sagte Trump in dem Interview.

Erst am Freitag hatte US-Verteidigungsminister Mark Esper ebendiese Konföderiertenflagge auf Militäreinrichtungen der USA de facto verboten. In der Anordnung Espers hieß es, Flaggen auf Militäreinrichtungen müssten alle Amerikaner mit Würde und Respekt behandeln und polarisierende Symbole vermeiden.

Ein direktes Verbot enthielt die Anordnung zwar nicht, doch ist darin eine Liste mit erlaubten Flaggen enthalten, die der Konföderierten fehlt hier. Kritiker sehen in der historischen Flagge mit 13 Sternen in einem blauen X auf rotem Grund ein Symbol des Rassismus. Als letzter US-Bundesstaat hatte Ende Juni auch Mississippi entschieden, die umstrittene Flagge aus seinen offiziellen Symbolen zu tilgen, im November wird eine neue Flagge für den Bundesstaat vorgestellt.

Der Streit über Symbole der Konföderierten begleitet Trumps bisherige Präsidentschaft:

Anfang Juli kritisierte Trump die Entscheidung der US-Rennserie Nascar, die Konföderiertenflagge bei Rennveranstaltungen zu verbieten. Und bereits 2017 war es bei einem Protest in Charlottesville in Virginia zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten für einen Abbau der Statue des Konföderiertengenerals Robert E. Lee und Rechtsextremen gekommen. Ein Rechtsradikaler hatte dabei sein Auto in einen Protestzug gesteuert, eine Frau getötet und 28 Menschen teils schwer verletzt, Trump hatte damals unter anderem von einer Mitschuld auf "beiden Seiten" gesprochen.

Trump sperrt sich gegen Umbenennung von Militärbasen

Noch immer sind Militärbasen in den USA nach Konföderiertenführern benannt. Trump machte sich in dem Fox-News-Interview darüber lustig, dass diese umbenannt werden könnten. Am Beispiel von Fort Bragg sagte Trump: "Sollen wir es etwa nach Reverend Al Sharpton benennen?" Bragg kämpft als General der Südstaaten gegen die Unionisten. Sharpton ist schwarzer Bürgerrechtler, Kriegsgegner und Baptistenprediger.

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Trump hatte bereits früher ein Veto gegen ein - auch von Republikanern mitgetragenes - Gesetz angekündigt, mit dem binnen einem Jahr neue Namen für die Militärbasen gefunden werden sollen. Dem Sender Fox sagte er nun: "Wir haben Weltkriege von diesen Stützpunkten aus gewonnen. Nein, die werde ich nicht ändern. Ich werde die nicht ändern."

cht/Reuters