»New York Post« verhöhnt Trump »Mann aus Florida macht Ankündigung«

Mit großem Tamtam kündigte Donald Trump seine erneute Kandidatur für das Präsidentenamt an. Eine einst treue, rechtsgerichtete Zeitung von Rupert Murdoch hat für den »Rentner« und »begeisterten Golfer« nur Spott übrig.
Donald Trump bei der Verkündung seiner Kandidatur am Dienstag

Donald Trump bei der Verkündung seiner Kandidatur am Dienstag

Foto: Andrew Harnik / AP

Mit beißendem Sarkasmus hat die rechtsgerichtete Boulevardzeitung »New York Post« auf die erneute Präsidentschaftskandidatur von Ex-US-Präsident Donald Trump reagiert. Die Zeitung schrieb am Mittwoch ganz unten auf ihrer Titelseite lediglich »Mann aus Florida macht Ankündigung« – und verwies ihre Leser auf Seite 26. Das Medium gehört zum Imperium von Rupert Murdoch.

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Auf Seite 26 heißt es in einem kurzen Text voller Ironie: »Nur 720 Tage vor der nächsten Wahl hat ein Rentner aus Florida am Dienstagabend überraschend angekündigt, dass er sich auf das Präsidentenamt bewirbt.« Der »begeisterte Golfer Donald J. Trump« habe die Ankündigung, »die kein Politikexperte hatte kommen sehen«, in Mar-a-Lago gemacht, »seinem Resort und seiner Bibliothek für Geheimdokumente«.

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Die »New York Post« spielte damit auf die Affäre um Geheimdokumente an, die Trump nach seiner Zeit im Weißen Haus in sein Anwesen Mar-a-Lago im Bundesstaat Florida mitgenommen hatte. Die Boulevardzeitung hebt auch hervor, dass Trump 2024 bei einem Wahlsieg 78 Jahre alt wäre und damit so alt wie Amtsinhaber Joe Biden, der älteste Präsident der US-Geschichte, bei dessen Amtsantritt.

Murdoch-Medien bezeichnen Trump als »Verlierer« der Republikaner

Trump hatte am Dienstagabend in Mar-a-Lago angekündigt, bei den Präsidentschaftswahlen 2024 erneut antreten und das Weiße Haus zurückerobern  zu wollen. Die Ankündigung war erwartet worden. Sie erfolgte aber zu einem Zeitpunkt, zu dem der Rechtspopulist nach dem schwachen Abschneiden seiner Republikaner bei den Zwischenwahlen von vergangener Woche politisch angeschlagen ist.

Die Medien des konservativen Milliardärs Rupert Murdoch – neben der »New York Post« unter anderen auch die Zeitung »Wall Street Journal« und der konservative Nachrichtensender Fox News – hatten sich bereits nach den Midterms klar von Trump distanziert und ihn als »Verlierer« der Republikaner bezeichnet. Sie hatten in den vergangenen Jahren sehr wohlwollend über den Rechtspopulisten berichtet.

Beobachtern entging nun nicht, dass Fox News bei der Liveübertragung von Trumps mehr als einstündiger Rede am Dienstagabend immer wieder ausstieg und seine Moderatoren zu Wort kommen ließ.

Trump tritt zunächst bei den Vorwahlen der Republikaner für die Präsidentschaftskandidatur 2024 an. Der 76-Jährige ist zwar politisch angeschlagen, bei der rechten Wählerbasis aber nach wie vor populär.

kko/AFP
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