Trotz Corona-Risikos US-Präsident plant Wahlparty mit 400 Gästen im Weißen Haus

Einer der letzten großen Termine im Weißen Haus wurde zum Superspreader-Event: Trotzdem will Donald Trump in der Wahlnacht eine Feier mit Hunderten Teilnehmern steigen lassen.
Rosengarten des Weißen Hauses (im September): Auch am Wahlabend werden viele Menschen in der Machtzentrale erwartet

Rosengarten des Weißen Hauses (im September): Auch am Wahlabend werden viele Menschen in der Machtzentrale erwartet

Foto: Alex Brandon / AP

Die Warnungen der US-Gesundheitsbehörden sind deutlich. Große Versammlungen bedeuten inmitten der Coronavirus-Pandemie ein erhebliches Ansteckungsrisiko und sollten idealerweise ge- und vermieden werden. US-Präsident Donald Trump jedoch scheint diese Mahnungen zu ignorieren. Er hat eine große Wahlparty im Weißen Haus angesetzt.

Rund 400 geladene Gäste würden in der Wahlnacht am 3. November im Ostflügel des Regierungssitzes erwartet, hieß es aus Regierungskreisen am Sonntag. Alle Gäste müssten sich zuvor einem Corona-Test unterziehen.

Bereits bei der Nominierungsveranstaltung der umstrittenen neuen Richterin am Obersten Gerichtshof, Amy Coney Barrett, hatte Trump zu einer großen Veranstaltung im Rosengarten des Weißen Hauses geladen. Die Zeremonie am 26. September erwies sich als sogenanntes Superspreader-Event, bei dem sich neben Trump und seiner Frau Melania auch zahlreiche weitere Regierungsmitarbeiter mit dem Virus infizierten.

Der republikanische Präsident Trump muss bei der Wahl am 3. November um sein Amt fürchten. Landesweit führt nach Meinungsumfragen sein Herausforderer Joe Biden von den Demokraten. Es ist unklar, wie viele Stimmzettel am Dienstagabend ausgezählt sein werden. Mehr als 93 Millionen Amerikaner haben vorzeitig gewählt.

Mehrere Bundesstaaten, darunter Pennsylvania und Wisconsin, gehen davon aus, dass die Auszählung aller per Brief abgegeben Stimmen mehrere Tage dauern könnte. Biden plant, die Wahlnacht in seiner Heimatstadt Wilmington im US-Bundesstaat Delaware zu verbringen.

Trump in vier Staaten – Biden in einem entscheidenden

Im Schlussspurt vor der Abstimmung hat vor allem der Amtsinhaber noch einmal einen vollen Terminkalender. Am Montag sind fünf Wahlkampfveranstaltungen in vier Staaten geplant. Den Abschluss soll am Montagabend eine Rede in Grand Rapids in Michigan bilden.

Herausforderer Biden will sich auf Pennsylvania konzentrieren, ein Bundesstaat, der eine entscheidende Rolle für den Ausgang der Präsidentenwahl am Dienstag spielen könnte.

Aufgrund des US-Wahlsystems ist nicht die Zahl der absoluten Stimmen ausschlaggebend, sondern das Ergebnis in den einzelnen Bundesstaaten. In mehreren dieser möglicherweise entscheidenden Staaten liegen beide Kandidaten nah beieinander.

jok/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.