Waldbrände in den USA Donald Trump relativiert erneut Klimawandel

Während der Westen der USA in Flammen steht, besucht Donald Trump Kalifornien. Dort behauptet er, es werde schon bald wieder kühler werden. Derweil nennt Joe Biden den US-Präsidenten einen "Klima-Brandstifter".
Donald Trump mit dem kalifornischen Gouverneur Gavin Newsom in Sacramento

Donald Trump mit dem kalifornischen Gouverneur Gavin Newsom in Sacramento

Foto: Andrew Harnik / dpa

US-Präsident Donald Trump hat bei einem Besuch in den Waldbrandgebieten in Kalifornien die Folgen des Klimawandels erneut relativiert. Bei einem öffentlichen Gespräch mit Einsatzkräften und Behördenvertretern im kalifornischen Sacramento sagte Trump zum Leiter der kalifornischen Behörde für natürliche Ressourcen, Wade Crowfoot: "Es wird wieder kühler werden. Sie werden schon sehen." Als Crowfoot erwiderte, er wünschte, die Wissenschaft würde Trump zustimmen, sagte der US-Präsident: "Ich glaube nicht, dass die Wissenschaft darüber Bescheid weiß."

Trump: "Bäume explodieren einfach"

Für die riesigen Waldbrände im Westen der USA machte Trump erneut eine unzureichende Pflege der Wälder verantwortlich. "Es muss starke Waldbewirtschaftung geben", forderte Trump. Umgestürzte Bäume würden schon nach kurzer Zeit sehr trocken. "Sie werden wirklich wie ein Streichholz. Sie explodieren einfach", sagte Trump.

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Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom räumte zwar Verbesserungsbedarf bei der Waldpflege ein, brachte die Brände aber mit dem Klimawandel in Verbindung: "Die Hitzewellen werden immer heißer, die Dürren immer trockener", sagte der Politiker der oppositionellen Demokraten. Der Klimawandel sei "real" und verschärfe die Krise.

Joe Biden nennt Trump "Klima-Brandstifter"

Derweil hat der demokratische Präsidentschaftsbewerber Joe Biden Trumps Sicht auf den Klimawandel scharf kritisiert. Obwohl der "Westen im wahrsten Sinne des Wortes in Flammen steht", leugne Trump weiter den Klimawandel und dessen "unerbittliche" Folgen, sagte Biden in Wilmington im Bundesstaat Delaware. Anstatt seine Politik auf wissenschaftliche Erkenntnisse zu stützen, betätige sich Trump als "Klima-Brandstifter".

Biden sagte, "Trumps Leugnen des Klimawandels" habe die Feuer, Rekordfluten und Rekord-Hurrikans "wohl nicht verursacht." Sollte es aber zu einer zweiten Amtszeit Trumps kommen, "werden diese höllischen Ereignisse noch häufiger, zerstörerischer und tödlicher werden."

Neben Kalifornien sind die Bundesstaaten Oregon und Washington von schweren Waldbränden betroffen. Bundesstaaten im Süden des Landes bereiteten sich unterdessen auf die Ankunft eines weiteren Hurrikans und damit verbundene Überschwemmungen vor.

Anmerkung: In einer ersten Fassung dieses Artikels hieß es, Donald Trump habe ein Ende der Erderwärmung prophezeit. Tatsächlich ist nicht völlig klar, ob seine Aussage, wonach bald die Temperaturen sinken würden, lediglich der Situation in Kalifornien galt, wo derzeit Waldbrände wüten - oder ob Trump damit allgemein das globale Klima gemeint hat. Wir haben die Passage korrigiert.

bah/AFP/dpa
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