Republikaner kritisieren Trumps Taktik »Eine Peinlichkeit für dieses Land«

Vor Gericht steckte Donald Trump am Wochenende weitere Niederlagen ein – und aus den eigenen Reihen kommt beißende Kritik an seiner Weigerung, das Wahlergebnis anzuerkennen: Von »zersetzend« bis »Randalierer« war alles dabei.
Donald Trump (l.) beim Golfen (am 22. November): Immer mehr Kritik von den eigenen Leuten

Donald Trump (l.) beim Golfen (am 22. November): Immer mehr Kritik von den eigenen Leuten

Foto: Manuel Balce Ceneta / dpa

Auch 20 Tage nach der US-Wahl bleibt der noch amtierende Präsident bei seiner Blockadehaltung: Manipulation und Betrug hätten seinem Konkurrenten Joe Biden zum Sieg verholfen – Donald Trump will seine eigene Niederlage deshalb nicht akzeptieren. Beweise für diese Behauptungen bleibt er weiter schuldig, vor Gericht kassiert sein Team aus Anwälten reihenweise Niederlagen. Und auch aus den Reihen der eigenen Leute mehrt sich die deutliche Kritik  am Verhalten des Präsidenten.

Am Wochenende meldeten sich gleich zwei seiner ehemaligen Nationalen Sicherheitsberater zu Wort. Im Sender CNN fand John Bolton klare Worte: »Die Frage ist, wie viel Schaden Trump noch anrichten kann, bevor er sein Amt los ist.« Derzeit werfe der Präsident »Steine durch Fenster«, so Bolton. Trump sei »das politische Pendant zu einem Randalierer auf der Straße«.

Weniger blumig, aber trotzdem deutlich wurde HR McMaster, den Bolton einst im Amt abgelöst hatte. Er nannte das Vorgehen Trumps im Sender CBS »sehr zersetzend«. »Das spielt unseren Gegnern in die Hände«, so McMaster weiter. Russland etwa sei egal, wer gewinnt, solange genug Amerikaner Zweifel am Wahlausgang haben.

Immer wieder wilde Auftritte von Giuliani

Am Sonntag meldete sich Chris Christie zu Wort, früherer Gouverneur von New Jersey. Er nannte Trumps Rechtsvertreter und deren Vorgehen »eine Peinlichkeit für dieses Land«. Angeführt wird diese Gruppe von Rudy Giuliani, ehemaliger Bürgermeister von New York, der zuletzt mit mehreren eher bizarren Auftritten für Schlagzeilen sorgte.

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Ebenfalls am Sonntag kam aus diesem Legal Team ein Statement, laut dem sich die Gruppe von Anwältin Sidney Powell distanziert. Diese hatte in den vergangenen Wochen immer wieder wilde Verschwörungstheorien verbreitet.

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Unter anderem hatte sie bei einem jener ungewöhnlichen Auftritte Giulianis am vergangenen Donnerstag zusammen mit diesem in Washington auf der Bühne gestanden. Nun scheint diese Zusammenarbeit abrupt beendet zu sein.

Rudy Giuliani mit Sidney Powell (am 19. November)

Rudy Giuliani mit Sidney Powell (am 19. November)

Foto: Jacquelyn Martin / AP

Vor Gericht läuft es nicht für den amtierenden Präsidenten

Am Wochenende hatte Trump außerdem in kurzer Zeit mehrere Rückschläge bei dem Versuch erlitten, die Präsidentenwahl zu kippen. Die Behörden in Georgia erklärten auch nach der zweiten Auszählung den Demokraten Biden zum Sieger in dem Bundesstaat. In Nevada lehnte Richterin Gloria Sturman eine einstweilige Verfügung von Trumps Wahlkampfteam ab, die Zertifizierung der Ergebnisse zu stoppen. Sie sprach von einem »schockierenden Antrag«.

Insidern zufolge setzte Trumps Team mit der Einladung zweier hochrangiger republikanischer Landesabgeordneter aus Michigan am Freitag darauf, dass in dem US-Bundesstaat das Landesparlament eingreife und sich über die Ergebnisse der Wahl hinwegsetze. Dies wäre in den USA ein beispielloser Vorgang.

Die beiden eingeladenen Republikaner, Michigans Mehrheitsführer des Bundesstaates im Senat, Mike Shirkey, und der Vorsitzende des Abgeordnetenhauses, Lee Chatfield, teilten nach dem Treffen aber mit, ihnen lägen bislang keine Informationen vor, die zu einer Änderung des Ausgangs führen würden. Man werde den »normalen Ablauf« bezüglich der Verteilung der Wahlleute befolgen.

jok