Wahlkampf in den USA Kandidaten löschen Hinweise auf Trump aus Onlineauftritten

Vor den US-Wahlen versuchen republikanische Kandidatinnen und Kandidaten offenbar, ihre Kommunikation zu glätten. Beiträge gegen Abtreibungen verschwinden von ihren Seiten – ebenso wie Hinweise auf Donald Trump.
Ex-Präsident Donald Trump

Ex-Präsident Donald Trump

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Julia Nikhinson / AP

Mehrere Republikaner haben vor den Midterm-Wahlen in den USA Beiträge zu Abtreibungen sowie Hinweise auf Verbindungen zum Ex-Präsidenten Donald Trump von ihren Webseiten gelöscht. Darüber berichtet unter anderem die »Washington Post«.

Die republikanische Senatorin Barbara Kirkmeyer etwa, die sich im November erneut um ein Mandat bewerben wird, hat offenbar alle Statements zum Thema Abtreibung von ihrer Kampagnenseite entfernt. Zuvor hatte Kirkmeyer immer wieder scharf gegen ein liberales Abtreibungsrecht argumentiert.

Auch Blake Masters, der republikanische Senatskandidat in Arizona, löschte alle Beiträge auf seiner Seite, die auf seine strikten Positionen gegen Abtreibungen verwiesen. Zudem verschwanden alle Hinweise von der Seite, dass der Republikaner Trumps Verschwörungstheorie von einem vermeintlichen Betrug bei der Präsidentschaftswahl 2020 unterstützte.

Mindestens neun Kandidatinnen und Kandidaten der Republikaner haben laut »Washington Post« so ihre Onlineprofile überarbeitet. Neben Masters löschten offenbar auch mehrere Personen Angaben zu ihren Verbindungen zu Trump. So etwa die Republikanerin Yesli Vega, die in Virginia für das Repräsentantenhaus kandidiert. In ihrer Twitter-Biografie verwies Vega einst darauf, dass Trump sie Ende 2020 in eine Regierungskommission berufen hatte. Inzwischen ist dieser Satz ebenfalls entfernt worden.

Ex-Präsident Trump hatte zuletzt erneut für Schlagzeilen gesorgt, als das FBI sein Anwesen Mar-a-Lago in Palm Beach durchsuchte. Das FBI beschlagnahmte dort mehrere als streng geheim eingestufte Dokumentensätze. Da Trump nach seiner Amtszeit die Unterlagen in seinem privaten Anwesen aufbewahrt haben soll, könnte er gegen das Gesetz verstoßen haben .

Ermittler sehen inzwischen auch Hinweise auf eine mögliche Behinderung der Justiz. Man habe »Beweise dafür gefunden, dass Regierungsunterlagen wahrscheinlich versteckt wurden und dass wahrscheinlich Anstrengungen unternommen wurden, die Ermittlungen zu behindern«, schrieb das Justizministerium in einem am Dienstagabend veröffentlichten Gerichtsdokument.

sog/dpa
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