Recherche der "New York Times" Trump soll 2016 nur 750 Dollar Einkommensteuer gezahlt haben

Aus seinen Steuererklärungen macht Donald Trump ein Geheimnis. Doch nun liegen der "New York Times" offenbar Daten zu seinen Finanzen vor: In 10 von 15 Jahren soll er demnach keine Einkommensteuer gezahlt haben.
Donald Trump soll laut "New York Times" Steuerzahlungen vermieden haben, weil er mehr Verluste als Gewinne angegeben habe

Donald Trump soll laut "New York Times" Steuerzahlungen vermieden haben, weil er mehr Verluste als Gewinne angegeben habe

Foto: Chris Kleponis/POOL/EPA-EFE/Shutterstock

US-Präsident Donald Trump soll mehrere Jahre auf Bundesebene keine Einkommensteuer in den USA gezahlt haben. Das berichtet die "New York Times"  und verweist auf Daten aus Steuererklärungen, die der Zeitung vorliegen sollen. Die Daten geben angeblich Aufschluss über einen Zeitraum von zwei Jahrzehnten.

Trump stellte sich vor seiner Wahl zum Präsidenten im Jahr 2016 gern als Selfmade-Milliardär dar. Im selben Jahr soll er laut "New York Times" auf Bundesebene jedoch nur 750 Dollar an Steuern gezahlt haben, ein Jahr später den gleichen Betrag. Aus den Daten gehe außerdem hervor, dass Trump in zehn der vergangenen 15 Jahre angesichts hoher gemeldeter Verluste gar keine Einkommensteuern gezahlt habe.

Trumps Steuererklärungen waren ein großes Thema im Wahlkampf 2016: Der einstige Immobilienmogul hatte als erster US-Präsident seit Richard Nixon (1969 bis 1974) die Offenlegung seiner Steuererklärungen verweigert. Nun sagte Trump, er werde seine Steuererklärungen veröffentlichen, wenn die seit Jahren laufende Buchprüfung der Steuerbehörde IRS abgeschlossen sei. "Die IRS behandelt mich nicht gut. Sie behandelt mich sehr schlecht", sagte er. "Es wird alles veröffentlicht werden, es wird alles herauskommen, aber nach der Prüfung."

Der Präsident wehrt sich aktuell auch vor einem Gericht in New York gegen einen Versuch von Staatsanwälten aus Manhattan, Zugang zu seinen Steuerunterlagen zu bekommen. Der "New York Times" zufolge geht es bei einer IRS-Prüfung um eine Steuerrückzahlung von 72,9 Millionen Dollar, die er nach hohen Verlusten erhalten habe.

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Enthüllungen kurz vor TV-Duell

Die Enthüllungen erscheinen zu einem für Trump kritischen Zeitpunkt. Der Präsident befindet sich im Wahlkampf gegen den demokratischen Herausforderer Joe Biden, am Dienstag soll das erste Fernsehduell stattfinden. Die Präsidentschaftswahl ist für den 3. November terminiert. Die "New York Times" hat weitere Veröffentlichungen zu Trumps Steuerzahlungen angekündigt.

Kurz nach der Veröffentlichung der ersten Recherche sprach Trump öffentlich von "Fake News". Er sagte: "Ich habe eine Menge bezahlt, ich habe auch eine Menge an Steuern an den Bundesstaat bezahlt, der Bundesstaat New York verlangt viel."

Die "New York Times" zitierte in ihrem Artikel Alan Garten, einen Anwalt Trumps. Er sagte demnach, dass "die meisten Fakten, wenn nicht alle, ungenau zu sein scheinen". Der Präsident habe im vergangenen Jahrzehnt "zig Millionen Dollar an persönlichen Steuern an die US-Regierung gezahlt, darunter Millionen an persönlichen Steuern, seit er seine Kandidatur im Jahr 2015 verkündet hat."

Die "New York Times" schrieb, Garten vermische mit dem Begriff der "persönlichen Steuern" die Einkommensteuer mit anderen Bundessteuern.

ptz/AFP/Reuters/AP/dpa