Auszug aus Woodward-Buch US-Präsident soll mit Schutz für saudischen Kronprinzen geprahlt haben

Ein Killerkommando ermordete 2018 den Journalisten Khashoggi. Laut dem Woodward-Enthüllungsbuch gab Donald Trump damit an, den saudischen Prinzen bin Salman vor Untersuchungen bewahrt zu haben.
Donald Trump und Mohammed bin Salman (im Juni 2019 in Japan): "Er wird immer sagen, dass er das nicht getan hat"

Donald Trump und Mohammed bin Salman (im Juni 2019 in Japan): "Er wird immer sagen, dass er das nicht getan hat"

Foto: Kevin Lamarque / Reuters

Das nächste brisante Detail aus dem Enthüllungsbuch des Reporters Bob Woodward ist offenbar durchgesickert. Und auch in diesem Fall kommt US-Präsident Donald Trump nicht gut weg.

Er hat laut dem Buch damit angegeben, den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman vor US-Untersuchungen im Fall des ermordeten Journalisten Jamal Khashoggi bewahrt zu haben. "Ich habe seinen Arsch gerettet", wird Trump in am Donnerstag von dem Portal "Business Insider" veröffentlichten Vorabauszügen zitiert. 

Der Präsident bezog sich damit dem Buch zufolge auf die Haltung des US-Kongresses zu dem Mordfall. Er habe erreicht, dass der Kongress den Kronprinzen "in Ruhe gelassen" habe, wird Trump zitiert. "Ich war in der Lage, sie dazu zu bringen, aufzuhören." Trump wies demnach auch darauf hin, dass bin Salman selbst eine Verwicklung in den Khashoggi-Mord bestritten hatte: "Er wird immer sagen, dass er das nicht getan hat."

Der US-Geheimdienst CIA war allerdings laut Medienberichten zu dem Schluss gelangt, dass der Kronprinz wahrscheinlich hinter dem Verbrechen gesteckt habe. Der 59-jährige Journalist war im Oktober 2018 im saudi-arabischen Konsulat in Istanbul von einem entsandten 15-köpfigen Kommando ermordet worden, seine Leiche wurde zerstückelt. Der Fall sorgte international für Entrüstung und fügte dem Ansehen Saudi-Arabiens schweren Schaden zu.

Prozess ohne Anwesenheit der Angeklagten

Im Prozess zu dem Fall wurden in Saudi-Arabien der stellvertretende Geheimdienstchef Ahmed al-Asiri und der ehemalige Berater des Kronprinzen, Saud al-Kahtani, entlastet. Fünf im Dezember verhängte Todesurteile in dem Fall wurden zu Beginn dieser Woche in langjährige Haftstrafen umgewandelt. Anfang Juli hatte in Istanbul der türkische Prozess zu dem Fall begonnen. Allen 20 Angeklagten, unter ihnen al-Asiri und al-Kahtani, wird in Abwesenheit der Prozess gemacht.

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Die Enthüllungen Woodwards bringen Trump acht Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl unter massiven Druck. So geht aus bereits am Mittwoch veröffentlichten Auszügen hervor, dass Trump seine Landsleute bewusst über die Gefahr der Corona-Pandemie im Unklaren gelassen und diese heruntergespielt hatte. Er begründete dies damit, dass er "Panik" im Land vermeiden wolle. In den Umfragen liegt Trump derzeit hinter seinem Herausforderer Joe Biden von den oppositionellen Demokraten.

Legendäres Journalistenduo brachte Watergate-Affäre ans Licht

Woodwards Buch "Rage" ("Zorn") soll am 15. September erscheinen. Es beruht auf 18 Interviews, die Trump dem legendären Journalisten zwischen Dezember 2019 und Juli 2020 gab und die mit seinem Einverständnis mitgeschnitten wurden.

Woodward war in den Siebzigerjahren zusammen mit seinem "Washington Post"-Kollegen Carl Bernstein durch seine Recherchen zur Watergate-Abhöraffäre um Präsident Richard Nixon weltberühmt geworden. Seitdem hat er immer wieder Enthüllungsbücher über US-Präsidenten veröffentlicht, so auch 2018 eines über Trump mit dem Titel "Fear" ("Furcht").

jok/AFP
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