Weihnachtsfeier mit Republikanern Trump spricht von möglicher Kandidatur in vier Jahren

Noch versucht Donald Trump verbissen, juristisch gegen Joe Bidens Wahlsieg vorzugehen. Bei einer Weihnachtsfeier mit Parteifreunden machte er nun aber eine vielsagende Ankündigung.
Donald Trump im Weißen Haus – aber nicht mehr lange (Archivbild)

Donald Trump im Weißen Haus – aber nicht mehr lange (Archivbild)

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Patrick Semansky / AP

Bei einer Weihnachtsfeier im Weißen Haus hat sich der abgewählte US-Präsident Donald Trump laut US-Medien zu einer möglichen Kandidatur im Jahr 2024 geäußert. »Die (vergangenen) vier Jahre waren fabelhaft«, sagte Trump den anwesenden Gästen in einem voll besetzten weihnachtlich geschmückten Raum. »Wir versuchen es mit vier weiteren Jahren. Anderenfalls sehen wir uns in vier Jahren.«

In seiner Rede schien Trump anzuerkennen, die jetzige Wahl verloren zu haben. Bislang versucht er, den Wahlsieg seines demokratischen Gegenkandidaten Joe Biden juristisch anzufechten. Obwohl Spekulationen über eine Präsidentschaftskandidatur bei der nächsten Wahl im Jahr 2024 bereits verbreitet waren, hatte Trump sich dazu bisher nicht öffentlich geäußert.

In einem Video der Veranstaltung war zu erkennen, wie Trump von einer Treppe zu den Dutzenden Anwesenden sprach. Laut »Politico«  waren darunter zahlreiche Parteifunktionäre der Republikaner. Von seinen eng beieinander stehenden Gästen trugen die allermeisten keine Maske. Dafür ist immer wieder starkes Husten zu hören – vermeintlich unter anderem von der filmenden Person selbst.

Das Video wurde am Dienstag live auf Facebook übertragen. Die republikanische Politikerin Pam Pollard aus Oklahoma hatte es hochgeladen, anschließend verbreiteten US-amerikanische Journalisten es auf Twitter.

In dieser Woche hatte Trump begonnen, gemeinsam mit seiner Frau Melania trotz der Corona-Pandemie Weihnachtsfeiern im Weißen Haus abzuhalten. Laut Bildmaterial, das die Nachrichtenagentur AP überprüft hatte, versammelten sich dabei mehrfach Menschenmassen ohne Masken in geschlossenen Räumen – ein klarer Verstoß gegen den offiziellen Leitfaden der Regierung, den die Bürger zum Schutz der öffentlichen Gesundheit über die Feiertage befolgen sollen.

Das Weiße Haus war bislang schon mindestens einmal Schauplatz eines vermutlich größeren Covid-19-Ausbruchs. Dutzende Mitarbeiter des Präsidenten wurden bislang positiv getestet. Trump selbst musste im Oktober wegen einer Ansteckung mit dem Coronavirus ins Krankenhaus, auch die First Lady und zwei seiner Söhne wurden positiv getestet.

Offiziellen Stellungnahmen zufolge habe das Präsidentenpaar bei den Feierlichkeiten darauf geachtet, »eine möglichst sichere Umgebung zu schaffen«. Eine Sprecherin Melania Trumps sagte, die Gästelisten seien deswegen kürzer ausgefallen, auf dem Gelände des Weißen Hauses herrschten Maskenpflicht und Abstandsregeln. Die Teilnahme an den Partys sei eine »sehr persönliche Entscheidung«. Das nun öffentlich gewordene Video vermittelt ein gegenteiliges Bild – mit vielen Menschen, wenigen Masken und viel Husten.

ire/dpa