US-Konservativentreffen CPAC Trump tanzt, DeSantis schwänzt

Lügen im Plauderton, präsentiert vom Ex-Präsidenten: Erwartbarer Höhepunkt der CPAC, des US-Spitzentreffens konservativer Ultras. Bemerkenswert ist, wer diesmal nicht dabei war, schildert SPIEGEL-Korrespondent René Pfister.
DER SPIEGEL

Tanzen für die Fangemeinde: Donald Trump lässt sich auf der CPAC feiern, einer Art Spitzentreffen für Superkonservative, diesmal in Dallas.

Rene Pfister DER SPIEGEL, Dallas »In den vergangenen Jahren ist es wirklich zum Epizentrum der Trump-Bewegung geworden. Das Treffen hier dauert drei Tage. Und wenn man hier den Rednern zuhört und durch die Gänge läuft, dann sieht man, wie sehr Donald Trump die Partei immer noch immer Griff hat. Aber auch, wie er sie inhaltlich geprägt hat.«

Trump-Fanartikel dürfen auf der Populistenveranstaltung nicht fehlen. Die konservative Bewegung hat sich an den Ex-Präsidenten gekettet. Und der braucht sein Fußvolk für seinen Rachefeldzug gegen die verhassten Demokraten.

Audrea Weimar Geschäftsfrau

»Ich unterstütze Präsident Trump, weil er viel für Amerika getan hat. Für ihn steht Amerika an erster Stelle. Ich bin eine Unternehmerin und eine Unterstützerin von Trump, und er ist voller Energie und Enthusiasmus. Für ihn steht Amerika immer an erster Stelle. Und ich bin eine Amerikanerin. «

Nicole Bommarito Rentnerin

»Dies ist die Partei von Donald Trump. Es gibt keine andere Partei. Die Republikanische Partei ist jetzt die Partei von Donald Trump. Wir müssen die RINOs [Republicans in name only] rausschmeißen, und wir müssen mit 'America First' weitermachen. Joe Biden hat Amerika vergessen.«

Rene Pfister DER SPIEGEL, Dallas »Das große Thema ist hier der angebliche Krieg, der linksvoke Krieg gegen das konservative Amerika. Ein großes Thema ist, wie angeblich Joe Biden das Land zerstört. Aber vor allem und immer wieder, das Märchen von der gestohlenen Wahl.«

Und das durfte auch auf der CPAC natürlich nicht fehlen:

Donald Trump ehemaliger US-Präsident »Bei den Anhörungen zum 6. Januar geht es nie um die Wahl, weswegen die ganzen Leute dort waren. Sie wollen nicht darüber sprechen. Sie wollen sich nicht mit der Korruption befassen, die stattgefunden hat. «

Für seine plumpen Parolen wurde er vom größten Teil des Publikums gefeiert. Eine Mehrheit der Republikaner unterstützt Trump also nach wie vor. Doch sein Vorsprung ist längst nicht mehr groß wie noch vor Monaten.

Rene Pfister DER SPIEGEL, Dallas »Was man hier schon erkennen kann, wie tief die Republikanische Partei gespalten ist. Man kann es vor allem daran ablesen, wer hier nicht aufgetreten ist. Nicht aufgetreten hier ist Ron DeSantis, der Gouverneur von Florida, der schärfste Rivale von Donald Trump innerhalb der Republikanischen Partei im Moment. Ein Mann, der in einigen Bundestaaten in den Umfragen schon vor Donald Trump liegt. Nicht aufgetreten ist Mike Pence, der ehemalige Vizepräsident. Nicht aufgetreten ist Nicky Healy, die ehemalige Gouverneurin von South Carolina.«

Viel wird in den kommenden Wochen davon abhängen, wie die Anhörungen zum 6. Januar oder das Verfahren wegen Wahlmanipulation im Bundesstaat Georgia laufen. Trump wird weiter versuchen, sich als Opfer darzustellen. Klappt das nicht, könnten die Republikaner den Ex-Präsidenten tatsächlich fallenlassen. Auf Trumps offizielle Bekanntgabe einer Kandidatur für 2024 warteten die Fans auch auf der CPAC vergeblich.

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