"Manipulierte Medien" Twitter kennzeichnet Trump-Tweet erneut mit Warnhinweis

Bereits im Mai hat Twitter Inhalte von Donald Trump unter die Lupe genommen. Nun geht das Unternehmen erneut gegen einen Tweet des US-Präsidenten vor - weil er "manipulierte Medien" verbreitet.

Für Donald Trump ist Twitter der wohl wichtigste Kommunikationskanal. Mehrfach am Tag setzt der US-Präsident über seinen Account Nachrichten ab und hat damit schon für so manchen Eklat gesorgt. Seit einigen Wochen tobt jedoch ein Streit zwischen Trump und dem Kurznachrichtendienst. Dieser könnte nun in eine neue Runde gehen, denn das Unternehmen hat erneut einen Tweet des US-Präsidenten mit einem Warnhinweis gekennzeichnet.

Unter dem am Donnerstagabend (Ortszeit) von Trump geteilten Video waren ein blaues Ausrufezeichen und die Wörter "Manipulierte Medien" zu sehen. Bei dem einminütigen Video handelte es ich um einen Zusammenschnitt einer Darstellung zweier Kleinkinder. Ein schwarzes Kind scheint dabei zunächst vor einem weißen Kind wegzulaufen. Dazu eingeblendet war das Logo des von Trump verabscheuten TV-Senders CNN sowie unter anderem der Schriftzug "Rassistisches Baby wahrscheinlich Trump-Wähler".

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Dann erscheinen die Worte: "Was eigentlich passiert ist", und das Video zeigt, dass beide Kinder sich zuvor umarmt haben und in der Folge miteinander laufen. "Amerika ist nicht das Problem. Fake News sind es", heißt es zur Erklärung. Der "Washington Post" zufolge handelt es sich bei dem Clip um ein umgewidmetes und manipuliertes Video, das sich 2019 viral verbreitet hatte.

CNN antwortet mit Link zu Originalbeitrag

Auch CNN hat mittlerweile auf den Tweet reagiert. Unter dem Post von Trump veröffentlichte der Sender einen Link zu dem ursprünglichen Beitrag. "Wir haben über die Geschichte so berichtet, wie sie sich zugetragen hat", heißt es in dem Tweet. Der CNN-Beitrag  ist mit der Überschrift "Zwei Kleinkinder zeigen uns, wie echte beste Freunde aussehen" überschrieben.

Trump beschwert sich immer wieder über ungerechte Behandlung durch die Medien. Bei seinen Tiraden gegen Journalisten stand auch mehrfach der Sender CNN im Mittelpunkt. Auf Twitter konnte sich der US-Präsident hingegen lange verlassen. Im Mai entbrannte jedoch ein Streit.

Die Plattform unterzog einen Tweet von Trump einem Faktencheck und zog damit den Zorn des US-Präsidenten auf sich. Er hatte behauptet, dass Briefwahl die Gefahr von Wahlfälschung erhöhe. Im Faktencheck wurde das als falsch eingeordnet. Trump reagierte mit einer Verfügung, die den Spielraum von Onlineplattformen einschränken soll, gegen einzelne Inhalte und Nutzer vorzugehen.

Wenige Tage später versteckte Twitter einen Trump-Tweet hinter einem Warnhinweis, weil dieser gegen das Verbot von Gewaltverherrlichung auf der Plattform verstoßen habe. Der Präsident schrieb nach Ausschreitungen, man werde die Kontrolle wiederherstellen, und fügte hinzu: "Wenn Plünderungen beginnen, wird geschossen" - "when the looting starts, the shooting starts". Mit diesen Worten hatte 1967 der damalige Polizeichef von Miami ein hartes Vorgehen gegen die schwarze Bevölkerung angekündigt.

Zuletzt sperrte Twitter ein Video von Trumps Wahlkampfteam unter Hinweis auf eine Urheberrechtsverletzung. Jüngst hat auch Facebook Werbung von Trumps Wahlkampfteam gelöscht. Grund dafür war die Verwendung von Nazisymbolen.

asc/dpa
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