Trump über seine Corona-Erkrankung "Sieht so aus, als wäre ich immun"

US-Präsident Donald Trump hat sich in einem Interview mit dem Sender Fox News zum Status seiner Corona-Erkrankung geäußert: Er fühle sich fantastisch und glaube, nun immun gegen das Virus zu sein.
Trump und seine Mund-Nasen-Maske (beim TV-Duell am 30. September)

Trump und seine Mund-Nasen-Maske (beim TV-Duell am 30. September)

Foto: Julio Cortez / dpa

"It looks like I'm immune", sagte US-Präsident Donald Trump, 74, am Sonntag in einem Telefoninterview mit dem ihm zugeneigten Nachrichtensender Fox News, übersetzt also: "Sieht so aus, als wäre ich immun." Die gefühlte Immunität sei für ihn wie ein "beschützender Glanz", so Trump, er fühle sich fantastisch und gab an, keine Medikamente mehr zu nehmen. Nach eigener Einschätzung sei er gesund. Er habe die strengsten Test bestanden und sei in großartiger Form.

Trump war eigenen Angaben zufolge am 1. Oktober positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wegen einer Erkrankung an Covid-19 wurde er ab dem 2. Oktober drei Tage lang im Militärkrankenhaus Walter Reed nahe Washington D.C. behandelt. Experten gehen davon aus, dass Menschen nach einer überstandenen Corona-Infektion immun gegen das Virus sein können. Für wie lange, ist aber bislang unklar.

Ein Tweet des US-Präsidenten, in dem er sich damit brüstet, nun angeblich "immun" zu sein, wurde am Sonntag von der Social-Media Plattform Twitter mit einem Warnhinweis versehen. Eine Twitter-Sprecherin sagte der Agentur Reuters, Trumps Nachricht enthalte "irreführende Behauptungen" über Covid-19 und werde zwar nicht gelöscht, aber, wie in solchen Fällen üblich, in ihrer Sichtbarkeit signifikant eingeschränkt.

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Trump hatte am Samstag erstmals wieder einen öffentlichen Wahlkampfauftritt absolviert. Am Mittag sprach er vom Balkon des Weißen Hauses zu Anhängern aus der schwarzen und hispanischen Gemeinde, die sich auf dem Rasen darunter versammelt hatten. Zuvor hatte er aus dem Status seiner Erkrankung ein Geheimnis gemacht und war in Interviews den Fragen nach aktuellen Testergebnissen ausgewichen.

In dem Interview am Sonntag warb Trump am Sonntag erneut für die Covid-Behandlung mit einem experimentellen Antikörper-Cocktail der Biotech-Firma Regeneron, der ihm im Krankenhaus verabreicht worden sei. Das Medikament sei keine Behandlungsmethode, sondern ein "Heilmittel" und ein "Wunder", das bald allen zur Verfügung stehen solle, so Trump.

Die von mehreren Herstellern entwickelten Antikörper-Behandlungen sind jedoch noch nicht offiziell zugelassen und auf absehbare Zeit auch nur in relativ geringer Stückzahl verfügbar. Kritiker argwöhnen, Trump bewerbe das Mittel als Wunderwaffe, um damit vor der Präsidentschaftswahl am 3. November vom Versagen seiner Regierung bei der Eindämmung der Pandemie abzulenken.

Trumps Leibarzt zufolge ist der US-Präsident inzwischen nicht mehr ansteckend. Der jüngste Coronavirus-Test habe nach "gegenwärtig anerkannten Standards" gezeigt, dass Trump "kein Übertragungsrisiko für andere mehr darstellt", erklärte Mediziner Sean Conley am Samstagabend in einem vom Weißen Haus verbreiteten Schreiben.

bor/dpa/Reuters

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