Geschäftspraktiken des Ex-US-Präsidenten Als die Goldbarren in den Trump-Tower gerollt wurden

Ein neues Buch beleuchtet die Geschäfte von Donald Trump, bevor er Präsident wurde. Es geht um einen Zwischenfall mit echtem Gold, Erpressungsversuche, geschönte Bilanzen – und Berührungspunkte mit der Baumafia.
Donald Trump im Jahr 2005: Damals war er noch Unternehmer und schlug vor, die Zwillingstürme des World Trade Centers wieder aufzubauen

Donald Trump im Jahr 2005: Damals war er noch Unternehmer und schlug vor, die Zwillingstürme des World Trade Centers wieder aufzubauen

Foto: Reuters Photographer / REUTERS

Mit der Deutschen Bank und anderen Geschäftspartnern hat er es sich schon verscherzt , nun kommt noch eine Zivilklage hinzu : Donald Trumps Praktiken in seinen langen Jahren als Unternehmer stehen derzeit wieder stark im Fokus der amerikanischen Öffentlichkeit. Der Ex-Präsident der USA präsentiert sich selbst gern als erfolgreicher, wohlhabender Geschäftsmann, doch sein Image ist angekratzt. Nun wirft ein neues Buch einen Blick auf Trumps Zeit als Immobilienmogul, auf fragwürdige Vorgänge und Berührungspunkte mit organisierter Kriminalität.

CNN zitiert  aus dem in Kürze erscheinenden Buch »Confidence Man: The Making of Donald Trump and the Breaking of America« seiner politischen Analystin Maggie Haberman, die ebenfalls als Reporterin für die »New York Times« arbeitet und seit Jahren über Trump schreibt. Demnach erhielt Trump gelegentlich Teile von Pachtzahlungen in bar – in einem Fall in Form von Goldbarren, mit denen ein Teil der Pacht des Parkhauses im General-Motors-Gebäude in Manhattan beglichen worden sei. Trump hatte das Gebäude 1998 gekauft.

Trump sagte seinen Mitarbeitern laut Haberman, dass er nicht wisse, was er mit den Goldbarren machen solle. Schließlich habe er seinen Vertrauten Matt Calamari beauftragt, die Kiste mit den Barren in seine Wohnung im Trump Tower in New York zu rollen. Was dann mit dem Gold passiert sei, ist unklar. Haberman zufolge lehnte ein Anwalt von Calamari eine Stellungnahme ab, auch Trump äußerte sich nicht klar dazu.

Trump soll sich Millionen Dollar geliehen und Presse gedroht haben

Dem Buch zufolge war Trumps finanzielle Situation oft angespannter als nach außen dargestellt: So soll er sich zu einem bestimmten Zeitpunkt mehrere Millionen Dollar von George Ross, dem Geschäftsführer der Trump Organization, geliehen haben. Ross bestätigte das, sagte aber, das Geld sei für eine »Situation, die sich sehr schnell erledigt hatte«, gewesen und nicht, um Gehälter zu bezahlen.

An diesem Mittwoch hatte die Generalstaatsanwältin des Bundesstaats New York, Letitia James, Zivilklage erhoben, gegen Trump, seine drei ältesten Kinder, Donald Trump Junior, Ivanka Trump und Eric Trump und gegen die Trump Organization. Es geht um Betrug in Milliardenhöhe – die Trump-Familie soll ihre Finanzen demnach je nach Bedarf größer oder kleiner gerechnet haben, um so etwa einfacher an Kredite zu kommen oder um weniger Steuern zu zahlen. (Lesen Sie hier eine kurze Übersicht zu dem Fall und hier eine Analyse ).

Darüber hinaus soll Trump zu einem nicht genannten Zeitpunkt indirekt der Presse gedroht haben: Er habe signalisiert, dass er Gerüchte über das Privatleben von Malcolm Forbes, dem gestorbenen ehemaligen Eigentümer des Wirtschaftsmagazins Forbes, öffentlich machen würde. In der Zeit bereitete das Magazin einen Bericht vor, dem zufolge Trumps Nettovermögen deutlich geringer sei, als er öffentlich immer behauptete.

Berührungspunkte mit der Baumafia

Auch im Fall einer irreführenden Gewinnmitteilung von Trumps’ Hotel- und Casinogesellschaft um die Jahrtausendwende soll der Ex-Präsident der USA direkter beteiligt gewesen sein als bisher bekannt. Die amerikanische Börsenaufsichtsbehörde SEC hatte die Gewinnmitteilung gerügt, weil die prognostizierten Gewinne zu hoch angesetzt gewesen seien. Damals hieß es, Trump habe nichts damit zu tun – Haberman zufolge hat jedoch ein ehemaliger Berater des Unternehmens behauptet, dass Trump einen Entwurf der fraglichen Mitteilung persönlich korrigiert und die Prognosen rosiger geschrieben hatte. Diese Darstellung bestreitet Trump, heißt es.

In New York war Trump vor seiner Präsidentschaftskandidatur als Immobilienmogul bekannt – und hatte bei seinen Geschäften offenbar auch mit Organisierter Kriminalität zu tun. »Nun, jeder, der in New York City gebaut hat, ob man nun indirekt mit ihnen zu tun hatte oder nicht einmal wusste, dass sie existieren, sie existierten«, sagte Trump laut CNN in einem Interview mit Reporterin Haberman. »Man hatte Auftragnehmer, und man wusste nicht, ob sie von der Mafia kamen oder von ihnen kontrolliert wurden oder nicht, aber ich kann Ihnen sagen, dass es manchmal sehr schwierig war, Angebote zu bekommen.« Die Angebote seien sehr enttäuschend gewesen. »Und dann gab es daneben niemanden mehr, der ein Angebot abgab.«

kko
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