Medienbericht zur Wahl 2020 US-Ermittler untersuchen mögliche Einmischungsversuche aus der Ukraine

Haben ukrainische Offizielle versucht, die US-Wahl 2020 zugunsten Donald Trumps zu beeinflussen? Dieser Frage gehen offenbar Ermittler in den USA nach. Einem Bericht zufolge spielt dabei auch Rudolph Giuliani eine Rolle.
Rudolph Giuliani: Wollten Ukrainer ihn benutzen, um Gerüchte über Biden zu streuen?

Rudolph Giuliani: Wollten Ukrainer ihn benutzen, um Gerüchte über Biden zu streuen?

Foto: MICHAEL REYNOLDS/EPA-EFE/Shutterstock

In den USA läuft offenbar eine Untersuchung, die der Frage auf den Grund gehen soll, ob sich frühere und aktuelle Offizielle aus der Ukraine in die US-Präsidentschaftswahl 2020 eingemischt haben. Das berichtet die »New York Times«  und beruft sich dabei auf Personen, die mit der Ermittlung vertraut seien. Wegen der andauernden Untersuchung wollten sie der Zeitung zufolge namentlich nicht genannt werden.

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Die Ermittlungen hätten bereits in den letzten Monaten von Donald Trumps Amtszeit begonnen, sie seien allerdings erst jetzt bekannt geworden, schreibt die »NYT«. Beteiligt seien Ermittler aus Brooklyn sowie das FBI. Sie gehen den Informationen der Zeitung zufolge unter anderem der Vermutung nach, dass ukrainische Offizielle versucht hätten, Gerüchte über den damaligen Trump-Herausforderer Joe Biden zu streuen. So soll zum Beispiel versucht worden sein, dem Kandidaten der US-Demokraten Korruption vorzuwerfen.

Die Ukrainer werden verdächtigt, zur Verbreitung dieser Gerüchte auch auf Trumps Ex-Anwalt Rudolph Giuliani gesetzt zu haben. Die US-Ermittler hätten sich deshalb unter anderem mit einer Europareise von Giuliani im Dezember 2019 befasst, bei der er laut der Zeitung mehrere Vertreter der Ukraine traf. Darunter sei auch der ukrainische Parlamentsabgeordnete Andriy Derkach gewesen, der im Fokus der Ermittler stehe.

Das US-Finanzministerium hat Sanktionen gegen Derkach verhängt und ihm vorgeworfen, seit mehr als einem Jahrzehnt als russischer Agent aktiv zu sein.

»Wenn Sie Korruptionsvorwürfen nachgehen, sprechen Sie mit allen möglichen Leuten«

Ein Anwalt Giulianis verteidigte der »NYT« gegenüber nun die Versuche seines Mandanten, an Informationen über Biden zu kommen. »Wenn Sie Korruptionsvorwürfen nachgehen, sprechen Sie mit allen möglichen Leuten; einige sind vertrauenswürdig und andere sind es nicht«, sagte Anwalt Robert J. Costello. Giuliani selbst hat stets dementiert, für Personen aus der Ukraine gearbeitet zu haben.

Trump hatte sich im Zuge der sogenannten Ukraineaffäre einem Amtsenthebungsverfahren stellen müssen. Ihm wurde vorgeworfen, sein Amt und seine Macht missbraucht zu haben, um Ermittlungen gegen seinen politischen Rivalen Biden und dessen Sohn zum Laufen zu bringen – und sich so Vorteile bei der Wahl zu verschaffen. Im Februar 2020 sprach der US-Senat Trump in der Ukraineaffäre frei (mehr dazu erfahren Sie hier).

aar/Reuters
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