Trump nimmt Russland in Schutz Republikaner streiten über Reaktion auf Cyberangriff

Kurz vor dem Ende seiner Amtszeit dürfte Donald Trump kaum noch auf den Cyberangriff auf US-Ministerien reagieren. Doch seinem Nachfolger fehlen wichtige Informationen, um gegen die Hacker vorzugehen.
Cyberangriff Symbolbild

Cyberangriff Symbolbild

Foto: Oliver Berg/ DPA

Ein groß angelegter Cyberangriff auf US-Regierungsbehörden sorgt für neuen Ärger zwischen Washington und Moskau. Ausländische Hacker hatten mehrere US-Regierungseinrichtungen monatelang angegriffen. Sie sollen Verbindungen zum russischen Geheimdienst SWR haben. Eine Reaktion der Trump-Regierung in den letzten Tagen seiner Amtszeit wird allerdings nicht erwartet.

Diese dürfte dem gewählten nächsten Präsidenten Joe Biden zufallen. Der Demokrat hat bereits angekündigt, er werde Cybersicherheit zur »höchsten Priorität« auf allen Ebenen seiner Regierung machen und hart gegen die Angreifer vorgehen.

Während US-Außenminister Mike Pompeo am Freitag sagte, dass Russland »ziemlich sicher« hinter der Attacke stecke, nahm Trump Russland am Samstag in Schutz. Auch Christopher Krebs, der von Trump im vergangenen Monat als Chef der US-Cybersicherheitsbehörde gefeuert wurde, geht davon aus, dass der Hack aus Russland stammt. Russland selbst bestreitet jede Beteiligung an den Angriffen.

Am Sonntag sagte der republikanische Senator und Trump-Kritiker Mitt Romney dem TV-Sender CNN: »Ich glaube, uns ist klar geworden, dass der Präsident eine Schwachstelle hat, wenn es um Russland geht.« Er gehe aber davon aus, »dass der gewählte Präsident ein klarer, intelligenter Mensch ist und Russland und seine Fähigkeiten in angemessener Weise bewerten wird.«

Demokraten fehlen Informationen der Trump-Regierung

Bei NBC's »Meet the Press« sagte Romney, die Regierung Wladimir Putins sei praktisch in die USA eingedrungen. »Diese Invasion unterstreicht, dass Russland ungestraft gehandelt hat«, sagte Romney. Russland sei offenbar nicht davon ausgegangen, dass ein solcher Angriff besonders aggressiv von den USA beantwortet werden würde, sagte Romney weiter. »Das verlangt nach einer Antwort und die Antwort, die man erwarten würde, wäre eine Cyberantwort«, sagte Romney. Er wisse nicht, ob die USA dazu die Kapazitäten hätten, doch das sei etwas, das schnellstmöglich geprüft werden sollte.

Auch der Republikanische Senator John Barasso sprach sich für eine »starke, effektive Bestrafung« aus.

Eine Quelle aus dem Biden-Team sagte der Nachrichtenagentur Reuters, der neue Präsident könne die Bekämpfung der Cyberspionage verstärken. Aber Bidens Team bräuchte dazu mehr Informationen der Vorgängerregierung. Der Zugang zu Briefings des US-Präsidenten wurde bis vor etwa drei Wochen immer wieder verschoben, da Trump die Wahlergebnisse weiter bestreitet.

mfh
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