Streit mit John Bolton Trumps Regierung klagt gegen Enthüllungsbuch von Ex-Berater

"The Room Where It Happened": Unter diesem Buchtitel will der frühere Präsidentenberater John Bolton seine Erlebnisse im Weißen Haus veröffentlichen. Das passt der amtierenden Regierung gar nicht.
Ex-Sicherheitsberater John Bolton (Archivbild): Wenig schmeichelhaftes Porträt des ehemaligen Chefs

Ex-Sicherheitsberater John Bolton (Archivbild): Wenig schmeichelhaftes Porträt des ehemaligen Chefs

Foto: JONATHAN ERNST/ REUTERS

Mit Spannung wird erwartet, was John Bolton aus seiner Zeit im Weißen Haus zu berichten hat. Immerhin war er als nationaler Sicherheitsberater an wichtigen Entscheidungen beteiligt und ohnehin näher am Oval Office als die meisten anderen. Offenbar sorgen sich auch Präsident Donald Trump und der Rest der amtierenden Regierung um die Details, die in dem neuen Buch des geschassten Strategen zu erwarten sind. Das würde zumindest den scharfen Ton erklären, in dem gegen die geplante Veröffentlichung argumentiert wird.

Nun soll ein Gericht den Marktstart des Buchs verhindern. In einer am Dienstag (Ortszeit) bei einem Bundesgericht in Washington eingereichten Klage hieß es, Bolton verbreite nicht nur geheime Informationen, sondern gefährde mit der Veröffentlichung auch die "nationale Sicherheit". Das Gericht wird aufgefordert, eine Veröffentlichung des Buches zu untersagen, bevor eine Überprüfung der Inhalte durch das Weiße Haus abgeschlossen ist.

Trump hatte Bolton im vergangenen September als Sicherheitsberater geschasst - wegen Meinungsverschiedenheiten. Bolton kündigte bereits damals an, er werde zu gegebener Zeit seine Sicht auf die Dinge darlegen. Das Buch mit dem Titel "The Room Where It Happened" (etwa: Der Raum, in dem es geschah), sollte ursprünglich im März erscheinen, die Veröffentlichung wurde aber vom Weißen Haus gestoppt. In der Klage vom Dienstag hieß es, Bolton habe vom Verlag rund zwei Millionen Dollar (rund 1,78 Millionen Euro) für das Buch erhalten.

Alle Gespräche mit dem Präsidenten sind "streng geheim" - sagt der Präsident

Schon am Vortag war Trump deutlich geworden und hatte Bolton im Fall der Veröffentlichung des Werkes strafrechtliche Konsequenzen angedroht. Sollte das Buch wie angekündigt am Dienstag kommender Woche erscheinen, würde Bolton "gegen das Gesetz verstoßen", sagte Trump im Weißen Haus. Alle Gespräche mit ihm, die Bolton womöglich aus dessen Zeit im Weißen Haus zitiere, seien "streng geheim". Es sei "völlig unangemessen", dass Bolton während Trumps Amtszeit ein Buch veröffentliche.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Justizminister William Barr sagte am Montag, Bolton habe nicht den vorgeschriebenen Prozess durchlaufen, sich Passagen durch das Weiße Haus freigeben zu lassen. Trump fügte hinzu, Bolton mache sich im Fall einer Veröffentlichung strafbar. Der Präsident behauptete außerdem, Bolton sei bekannt dafür, nicht immer die Wahrheit zu sagen. Nach Angaben des Verlags zeichnet das Buch das Bild eines Präsidenten, der "süchtig nach Chaos" ist. Trump sei es immer nur um seine Wiederwahl gegangen.

jok/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.