Abschiedsrede aus dem Weißen Haus Trump verteidigt Regierungsbilanz – und lobt sich selbst

»Wir haben amerikanische Stärke wiederhergestellt«: Einen Tag vor Ende seiner Amtszeit richtete sich Donald Trump ein letztes Mal an die Nation. Seinen Nachfolger erwähnte er namentlich nicht.
Übertragung der Trump-Rede im Besprechungsraum des Weißen Hauses

Übertragung der Trump-Rede im Besprechungsraum des Weißen Hauses

Foto: Yuri Gripas/POOL/EPA-EFE/Shutterstock

Es war seine letzte Chance für einen präsidialen Auftritt – und Donald Trump nutzte sie vor allem für Eigenlob. Der scheidende US-Präsident hat in seiner Abschiedsrede an die Nation seine Regierungsbilanz verteidigt. Trump nahm in einer Videoansprache zahlreiche Erfolge in der Innen-, Wirtschafts- und Außenpolitik für sich in Anspruch: »Wir haben amerikanische Stärke zu Hause wiederhergestellt – und amerikanische Führung im Ausland.«

Zugleich wünschte Trump der künftigen Regierung seines Nachfolgers Joe Biden Erfolg – ohne diesen in der 20-minütigen Ansprache auch nur einmal namentlich zu erwähnen. »In dieser Woche führen wir eine neue Regierung ins Amt ein und beten für ihren Erfolg, damit Amerika sicher und wohlhabend bleibt«, sagte Trump in einer Videobotschaft, die einen Tag vor dem Ende seiner Amtszeit aus dem Weißen Haus veröffentlicht wurde.

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Des Weiteren lobte Trump seine Arbeit als Präsident: »Die Welt respektiert uns wieder. Bitte verlieren Sie diesen Respekt nicht.« Als Erfolge seiner Amtszeit listete er etwa seine Vermittlungsarbeit im Nahen Osten auf. »Ich bin besonders stolz, dass ich der erste Präsident seit Jahrzehnten bin, der keine neuen Kriege angefangen hat.«

Trump wertet seinen Kampf gegen Corona als großen Erfolg

Der umstrittenste US-Präsident der vergangenen Jahrzehnte bezeichnete auch seinen Kampf gegen die Corona-Pandemie als großen Erfolg – an dem Tag, an dem die Zahl der Corona-Toten in den USA die Schwelle von 400.000 überschritt. Trump hob dabei insbesondere die schnelle Entwicklung von Impfstoffen hervor.

Er behauptete außerdem, seine Regierung habe ihre Ziele übererfüllt. »Wir haben unsere Allianzen wiederbelebt und die Nationen der Welt zusammengeführt, um China die Stirn zu bieten wie nie zuvor.« In Wahrheit ist das Verhältnis zu traditionellen Verbündeten wie Deutschland nach Trumps Amtszeit schwer belastet. Mit der EU hatte der Präsident einen Handelskrieg vom Zaun gebrochen. Trump hatte zudem mit dem Rückzug der USA aus der Nato gedroht (lesen Sie hier mehr zu Trumps Bilanz).

Trump hat seine Niederlage gegen Biden bei der Präsidentenwahl Anfang November nicht eingeräumt und mit äußerst fragwürdigen Methoden versucht, Bidens Sieg nachträglich zu kippen. Der Demokrat Biden wird am Mittwochmittag (Ortszeit) in Washington vereidigt. Trump hat angekündigt, der Zeremonie fernzubleiben. Er ist der erste Präsident seit Andrew Johnson im Jahr 1869, der nicht an der feierlichen Amtseinführung seines Nachfolgers am Kapitol teilnimmt.

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Trump verurteilt Gewalt

Sein Widerstand gegen die Niederlage gipfelte vor knapp zwei Wochen darin, dass gewaltbereite Anhänger des abgewählten Präsidenten das Kapitol stürmten. Zuvor hatte Trump seine Fans in einer aufwieglerischen Rede zum Marsch auf das Kapitol aufgerufen und wird deswegen für die Gewalt mitverantwortlich gemacht. Das US-Repräsentantenhaus leitete vor einer Woche ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump wegen »Anstiftung zum Aufruhr« ein.

In seiner Videobotschaft sagte Trump nun: »Politische Gewalt ist ein Angriff auf alles, was wir als Amerikaner wertschätzen. Sie kann niemals toleriert werden.« Allerdings erklärte er außerdem: »Nun, da ich mich darauf vorbereite, am Mittwochmittag die Macht an eine neue Regierung zu übergeben, möchte ich, dass Sie wissen, dass die Bewegung, die wir begonnen haben, erst am Anfang steht.«

kim/dpa/AFP/Reuters
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