Angebliche Verleumdung Trumps Wahlkampfteam verklagt auch "Washington Post"

Nachdem das Wahlkampfteam von Donald Trump bereits gegen die "New York Times" vorgegangen ist, wird nun gegen die "Washington Post" geklagt. Die Zeitung habe "ein böswilliges Motiv". Die Journalisten widersprechen.
Gebäude der "Washington Post": Trumps Wahlkampfteam klagt gegen zwei Meinungsbeiträge

Gebäude der "Washington Post": Trumps Wahlkampfteam klagt gegen zwei Meinungsbeiträge

Foto: AP

Medien, die kritisch über ihn berichten, geht US Präsident Donald Trump öffentlich teils scharf an. Nun geht er auch rechtlich gegen sie vor: Nach der "New York Times" hat das Wahlkampfteam von Trump eine Klage gegen die "Washington Post" eingereicht. Die Klageschrift liest sich ähnlich wie die gegen die "New York Times", die Trumps Wahlkampfteam vergangene Woche bei einem Gericht in New York eingereicht hatte. Gegen beide Zeitungen wurde auf Schadensersatz in nicht bezifferter Höhe geklagt.

Trumps Team wirft der "Washington Post" vor, sie habe wissentlich "falsche und verleumderische Aussagen" veröffentlicht. So heißt es in der am Dienstag bei einem Gericht in Washington eingereichten Klageschrift, die Trumps Wahlkampfteam veröffentlichte. Die "Washington Post" kündigte an, sich gegen die Vorwürfe verteidigen zu wollen.

Die Klage bezieht sich auf zwei im Juni 2019 veröffentlichte Meinungsbeiträge, in denen es unter anderem um die angebliche Zusammenarbeit zwischen dem Trump-Lager und Russland im Präsidentschaftswahlkampf 2016 und die Möglichkeit von Absprachen vor der Wahl 2020 ging. Die Klageschrift nimmt in ihrer Argumentation Bezug auf die Ergebnisse einer Untersuchung des FBI-Sonderermittlers Robert Mueller, der keine Beweise für eine Geheimabsprache zwischen Trumps Team und Vertretern Russlands im Vorfeld der Wahl 2016 fand.

"Energisch verteidigen"

Der "Washington Post" wurde ein "systematisches Muster der Voreingenommenheit" vorgeworfen, das dem Ruf von Trumps Team schaden und die Organisation zum Scheitern bringen solle. "Die Post hatte eindeutig ein böswilliges Motiv, hat aber vor allem mit rücksichtsloser Missachtung der Wahrheit gehandelt", heißt es.

"Es ist enttäuschend zu sehen, dass das Wahlkampfkomitee des Präsidenten auf diese Art von Taktik zurückgreift", sagte Kris Coratti, Sprecherin der "Washington Post". Man werde sich in dem Fall "energisch verteidigen".

jon/dpa
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