Imperium des Ex-US-Präsidenten Trumps Wirtschaftsprüfer widerrufen Abschlüsse – und beenden Zusammenarbeit

Die Rede ist von einem »unvermeidbaren Interessenkonflikt«: Die Wirtschaftsprüfer für das Firmengeflecht von Donald Trump kündigen die Kooperation auf. Hintergrund sind Ermittlungen der Behörden.
Geschäftsmann Donald Trump vor einem der Hotels des Trump-Konzerns (2014)

Geschäftsmann Donald Trump vor einem der Hotels des Trump-Konzerns (2014)

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Gary Cameron / Reuters

Seit Langem stehen die persönlichen und geschäftlichen Finanzen von Donald Trump im Fokus der US-Ermittlungsbehörden. Nun hat die langjährige Wirtschaftsprüfungskanzlei des Ex-US-Präsidenten im Zuge dieser Ermittlungen gegen sein Firmenimperium die Zusammenarbeit beendet und Finanzberichte widerrufen.

Das Ende der Geschäftsbeziehung gehe auf einen »unvermeidbaren Interessenkonflikt« zurück, hieß es in einem Schreiben des Unternehmens Mazars an die Trump Organization. Dies geht aus Gerichtsdokumenten von Montag (Ortszeit) hervor.

Die Wirtschaftsprüfer kommen auch zu dem Schluss, dass die jährlichen Bilanzen für die Zeit zwischen Juni 2011 und Juni 2020 »nicht mehr verlässlich« seien. Das Unternehmen riet der Trump Organization, Empfänger der Abschlüsse darüber in Kenntnis zu setzen.

»Obwohl wir nicht zu dem Schluss gekommen sind, dass die verschiedenen Jahresabschlüsse im Ganzen wesentliche Unstimmigkeiten enthalten, sind wir aufgrund der Gesamtheit der Umstände der Ansicht, dass unser Rat an Sie, sich nicht länger auf diese Jahresabschlüsse zu verlassen, angemessen ist«, hieß es in dem Schreiben vom 9. Februar.

Die Wirtschaftsprüfer hatten die Jahresabschlüsse auf der Grundlage von Informationen erstellt, die Trump und sein Unternehmen zur Verfügung gestellt hatten. Eine Reaktion der Trump Organization gibt es auch schon. Diese zeigte sich zwar enttäuscht über die Entscheidung der Wirtschaftsprüfer, zitierte die »New York Times« eine Erklärung des Unternehmens . Es zeige aber, dass die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft überflüssig seien – so die Behauptung aus dem Trump-Lager.

Verdacht auf betrügerische Finanzberichte

Die New Yorker Staatsanwaltschaft wirft Trumps Firmenimperium betrügerische Geschäftspraktiken vor. Ziel dieser Praktiken sei es gewesen, sich eine »Vielzahl von wirtschaftlichen Vorteilen« zu verschaffen, etwa Versicherungsschutz oder Steuerabzüge, hatte die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James erklärt.

»Wie die jüngsten Akten zeigen, verdichten sich die Beweise, dass Donald J. Trump und die Trump Organization betrügerische und irreführende Finanzberichte verwendet haben, um wirtschaftliche Vorteile zu erlangen«, erklärte die Demokratin James am Montag. Bei den umfassenden Ermittlungen geht es unter anderem um den Verdacht, dass Trumps Firma falsche Angaben zum Wert ihrer Immobilien gemacht hat.

jok/dpa