Zeitungsbericht Regierung Trump soll Telefone von Journalisten überwacht haben

Die US-Regierung hat sich unter Donald Trump laut »Washington Post« heimlich Telefondaten von drei Reportern beschafft. Die Journalisten hatten über Russlands Rolle im Wahlkampf 2016 recherchiert.
Ex-US-Präsident Trump am Telefon im Oval Office (Foto von 2017)

Ex-US-Präsident Trump am Telefon im Oval Office (Foto von 2017)

Foto: NICHOLAS KAMM/ AFP

Donald Trumps Vorwürfe und Anfeindungen gegen große Teile der US-Presse sind tausendfach dokumentiert. Laut der Zeitung »Washington Post«  beließ es die Regierung Trump aber nicht bei öffentlicher Kritik und Geringschätzung. Demnach ließ sie vor vier Jahren heimlich die Telefone mehrerer Journalisten überwachen.

Wie die Zeitung berichtet, wurden die beiden Reporter Ellen Nakashima und Greg Miller sowie ihr früherer Kollege Adam Entous darüber informiert, dass dem US-Justizministerium private und berufliche Telefon- und Mobilfunkdaten aus der Zeit von April bis Juli 2017 vorliegen. Das Justizministerium habe damals auch versucht, deren E-Mail-Daten zu bekommen, hieß es weiter. Warum ihre Telefone angezapft wurden, erfuhren die Journalisten nicht.

In dem Zeitraum, aus dem die Aufzeichnungen stammen, hatten die drei Reporter unter anderem einen Artikel über ein Treffen des Trump-Beraters und späteren US-Justizministers Jeff Sessions mit dem russischen Botschafter vor der Präsidentschaftswahl 2016 geschrieben. Sie schrieben auch über die Versuche der Regierung unter dem damaligen Präsidenten Barack Obama, Einmischung Russlands in den US-Wahlkampf zu stoppen.

»Wir sind zutiefst besorgt über diesen Einsatz von Regierungsgewalt«

Nach Einschätzung der US-Geheimdienste hatte sich Russland 2016 massiv in den Präsidentschaftswahlkampf in den USA eingemischt – vor allem durch Hackerangriffe und die Verbreitung manipulativer Botschaften in den Onlinenetzwerken. Die russischen Interventionen richteten sich insbesondere gegen Trumps Rivalin Hillary Clinton. Der Republikaner Trump hatte sich 2016 gegen Clinton durchgesetzt.

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»Wir sind zutiefst besorgt über diesen Einsatz von Regierungsgewalt, um Zugang zur Kommunikation von Journalisten zu erhalten«, schrieb Cameron Barr, leitender Redakteur der »Washington Post«. Das US-Justizministerium müsse sofort die Gründe für »dieses Eindringen« in die Arbeit von Journalisten nennen. Ihre Arbeit stehe unter dem Schutz des ersten Zusatzartikels zur US-Verfassung, der die Pressefreiheit garantiert.

Die Bürgerrechtsorganisation ACLU schrieb  auf Twitter: »Das hätte niemals passieren dürfen.« »Wenn eine Regierung Journalisten und deren Quellen ausspioniert, gefährdet sie die Pressefreiheit.«

ssu/AFP/dpa
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