Stephen Miller Trumps wichtigster Redenschreiber positiv getestet

Die Infektionswelle im Weißen Haus lässt nicht nach: Nun hat sich auch Seniorberater Stephen Miller mit Covid angesteckt. Er gilt als führender Kopf hinter Trumps Rhetorik gegen Einwanderer.
Stephen Miller (l.): "Befinde mich nun in Quarantäne"

Stephen Miller (l.): "Befinde mich nun in Quarantäne"

Foto: Evan Vucci / dpa

Gestern hatte es die Pressesprecherin des Weißen Hauses getroffen, nun ist die nächste Person aus dem direkten beruflichen Umfeld von Präsident Donald Trump positiv auf das Coronavirus getestet worden. Redenschreiber Stephen Miller teilte das Resultat am späten Dienstagabend mit.

"Über die vergangenen fünf Tage habe ich aus der Isolation heraus gearbeitet. Die täglichen Tests waren negativ. Heute wurde ich positiv getestet und befinde mich nun in Quarantäne", so Miller. Bereits im Mai war bei Millers Ehefrau, Katie Miller, eine Infektion festgestellt worden. Sie arbeitet als Sprecherin für Vizepräsident Mike Pence.

Stephen Miller wird im Weißen Haus als Seniorberater des Präsidenten geführt. Seine wichtigste Aufgabe besteht in der Formulierung von Reden für Trump. Vor allem bei den zahlreichen Anti-Immigrations-Ansprachen mit teils offen ausländerfeindlichen Formulierungen war meist Miller der Urheber.

Comeback als PR-Spektakel

Trump selbst kehrte gestern ins Weiße Haus zurück - obwohl er sich von seiner eigenen Covid-Erkrankung noch nicht erholt hat. Das Eintreffen in der Machtzentrale inszenierten seine PR-Leute als Spektakel, ein Video mit hartem Hollywood-Einschlag inklusive. Der US-Präsident soll nun im Weißen Haus seine Therapie fortsetzen, das Gebäude ist medizinisch hervorragend ausgestattet.

DER SPIEGEL

Nach seiner Ankunft machte Trump mit zahlreichen verharmlosenden Aussagen über die angeblich geringe Gefahr durch das Virus auf sich aufmerksam. "Geht raus und lasst euer Leben nicht davon dominieren", war eine der zentralen Aussagen. Das Virus hat bisher mehr als 210.000 Menschen in den USA das Leben gekostet, viele Mediziner halten die Botschaften des Präsidenten daher für fahrlässig.

Verhandlungen über Hilfen sollen auf Trumps Anweisung hin enden

Am Tag nach seiner Rückkehr griff Trump auch direkt in das politische Geschehen in Washington ein. Er sagte die Verhandlungen mit den oppositionellen Demokraten über ein neues Corona-Hilfspaket ab. "Ich habe meine Vertreter angewiesen, die Verhandlungen zu stoppen", twitterte das mit dem Coronavirus infizierte Staatsoberhaupt am Dienstag.

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"Unmittelbar nachdem ich gewonnen habe, werden wir ein großes Konjunkturpaket verabschieden, das sich auf hart arbeitende Amerikaner und kleine Geschäfte konzentriert." Die Wahl findet am 3. November statt, Trump liegt in den Umfragen derzeit weit hinter seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden zurück.

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In einer ersten Reaktion reagierte die Wirtschaft verschreckt, an den US-Börsen kam es zu Kursverlusten. Die Chefin des Notenbank-Bezirks Cleveland, Loretta Mester, zeigte sich enttäuscht. Das vorläufige Ende der Gespräche dürfte dazu führen, dass sich die Konjunktur deutlich langsamer erholt als ursprünglich erwartet, sagte Mester dem Sender "CNBC".

jok/Reuters
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