Ende der Proteste in Ecuador Indigene und Regierung einigen sich

Mehr als zwei Wochen hatten die teils gewaltvollen Proteste wegen sozialer Missstände in Ecuador angehalten, sechs Menschen wurden getötet. Nun haben die Parteien sich geeinigt – auf Vermittlung der Bischofskonferenz.
Proteste in Quito: Regierung und Demonstranten haben sich geeinigt

Proteste in Quito: Regierung und Demonstranten haben sich geeinigt

Foto: Santiago Fernandez / EPA

Seit 18 Tagen hatten indigene Gruppen in Ecuador gegen soziale Missstände in dem Land protestiert – nun beenden sie ihren Generalstreik. Auf Vermittlung der Bischofskonferenz des südamerikanischen Landes unterzeichneten Vertreter der Regierung und der Indigenen-Verbände eine gemeinsame Erklärung. Leonidas Iza, Chef der Indigenen-Organisation Conaie, und Regierungsvertreter Francisco Jiménez unterzeichneten in Quito ein Abkommen, das unter anderem ein »Ende der Mobilisierungen« und eine Senkung der Kraftstoffpreise um 15 US-Cents vorsieht.

Das Abkommen sieht außerdem die Einrichtung eines Verhandlungskomitees und die Aufhebung des Ausnahmezustands vor. Außerdem sollen zwei Regierungsdekrete zur Ausweitung der Ölförderung im Amazonasgebiet und zum Bergbau aufgehoben beziehungsweise überarbeitet werden.

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Die Proteste würden damit vorübergehend »ausgesetzt«, sagte Conaie-Chef Iza. Die einflussreiche Organisation Conaie hatte die Protestbewegung angeführt. »Wir haben den höchsten Wert erreicht, den wir alle anstreben: Frieden in unserem Land«, erklärte Präsident Guillermo Lasso auf Twitter.

Die Demonstranten erreichten damit, dass Teile ihrer Forderungen erfüllt wurden: Neben niedrigeren Treibstoffpreisen hatten sie eine Senkung der Lebensmittelpreise, mehr Arbeitsplätze und mehr öffentliche Gelder für Gesundheitsversorgung und Bildung gefordert. Bei den gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei wurden sechs Menschen getötet, Berichte über Verletzte schwankten zwischen etwa 300 und 600 Personen.

ani/dpa/AFP
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