Lettlands Präsident zum Ukrainekrieg »Wenn Russland gewinnt, wäre das ein Anreiz für China«

Egils Levits wirbt eindringlich dafür, die Ukraine im Krieg mit allen Mitteln zu unterstützen. Ein russischer Erfolg könnte laut dem lettischen Präsidenten Peking auf den Plan rufen.
Egils Levits: »China beobachtet das Ergebnis des Kriegs in der Ukraine«

Egils Levits: »China beobachtet das Ergebnis des Kriegs in der Ukraine«

Foto: Javier Soriano / AFP

Lettlands Präsident Egils Levits hat davor gewarnt, dass China einen möglichen Sieg Russlands im Krieg gegen die Ukraine als Vorbild für eigene Angriffe nehmen könnte. »China beobachtet das Ergebnis des Kriegs in der Ukraine«, sagte Levits beim Nato-Gipfel in Madrid. »Wenn Russland gewinnt, wäre das ein Anreiz für China, etwas Ähnliches im indopazifischen Raum zu tun.« Dieser Gefahr müsse man sich bewusst sein. »Das heißt, wir sollten der Ukraine helfen, den Krieg zu gewinnen.«

Levits dürfte sich mit seiner Warnung auf die chinesischen Militäraktivitäten rund um Taiwan beziehen. China sieht das demokratische Taiwan, das sich 1949 vom Festland abspaltete, als abtrünnige Provinz und nicht als unabhängigen Staat an. US-Präsident Joe Biden hatte Peking kürzlich mit einer ungewöhnlich klaren militärischen Beistandszusage vor einem Angriff auf Taiwan gewarnt.

Mehrere Staaten hatten der Ukraine kürzlich weitere Unterstützung zugesagt. So weitet Großbritannien seine Militärhilfen für die Ukraine massiv aus. Die britische Regierung kündigte am Mittwochabend an, die Hilfen um eine Milliarde Pfund (knapp 1,2 Milliarden Euro) zu erhöhen und damit fast zu verdoppeln. Deutschland und die Niederlande hatten angekündigt, weitere Panzerhaubitzen zu liefern. Die USA hatten Ende Juni weitere Waffen für 450 Millionen Dollar zugesagt.

Putin: »Alles läuft nach Plan«

Trotz aller Hilfen der internationalen Gemeinschaft bezeichnete Wladimir Putin den Verlauf des Kriegs als planmäßig. »Die Arbeit läuft ruhig, rhythmisch, die Truppen bewegen sich und erreichen die Linien, die ihnen als Etappenziele vorgegeben wurden«, sagte Putin. »Alles läuft nach Plan«, zitierte ihn die russische Nachrichtenagentur Tass.

Russische Truppen waren am 24. Februar aus mehreren Richtungen in die Ukraine eingedrungen. Nachdem es ihnen wegen des erbitterten Widerstands ukrainischer Einheiten nicht gelungen war, die Hauptstadt Kiew zu erreichen, konzentrieren sie sich auf das Industriegebiet Donbass in der Ostukraine. Nach Einschätzung westlicher Experten rückt das russische Militär vor, erleidet dabei hohe Verluste und verbraucht in hohem Tempo seine Bestände von Artilleriegeschossen.

bam/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.