El Salvador Bitcoin als offizielle Währung – Tausende protestieren

Als erstes Land der Welt hat El Salvador Bitcoin als Währung eingeführt. Der Großteil der Bevölkerung ist dagegen – und zeigt seinen Unmut gegen den Präsidenten.
Proteste in El Salvador

Proteste in El Salvador

Foto: Rodrigo Sura / EPA

In El Salvador sind Tausende Menschen gegen die Regierung von Präsident Nayib Bukele auf die Straße gegangen. Der Protest am Sonntag in der Hauptstadt San Salvador richtete sich unter anderem gegen die Einführung des Bitcoins als offizielle Währung neben dem Dollar. Auf Protestplakaten waren Aufschriften zu lesen wie »Nein zur Diktatur« und »Bitcoin ist Betrug«.

»Die Menschen werden dieser autoritären Regierung allmählich müde, sie ist undemokratisch«, sagte der Umweltaktivist Ricardo Navarro der Nachrichtenagentur AFP. Die Einführung des Bitcoins als offizielle Währung sei eine von Bukeles »schlechten Ideen«, die der Wirtschaft des Landes schadeten.

El Salvador hatte am 7. September als erstes Land der Welt die Kryptowährung als offizielle Währung eingeführt und 200 Wechselautomaten im Land aufgestellt. Seit 2001 wird in El Salvador der US-Dollar als Zahlungsmittel benutzt. Dadurch ist das Land von der Geldpolitik der US-Notenbank abhängig. Für das Wirtschaftswachstum der Nation sei es nötig, eine digitale Währung zuzulassen, deren Wert allein von marktwirtschaftlichen Kriterien abhänge, heißt es im Gesetzestext.

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In der Bevölkerung wird die neue Währung mit großer Skepsis gesehen. Mehr als zwei Drittel der 6,5 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner sprachen sich in zwei verschiedenen Umfragen dafür aus, den Dollar als alleinige Währung beizubehalten. Auch Wirtschaftsexperten und internationale Akteure wie die Weltbank oder der Internationale Währungsfonds hatten Bedenken geäußert. Die Kryptowährung gilt als Spekulationsobjekt und ist heftigen Kursschwankungen unterworfen.

An den Protesten am Sonntag beteiligten sich unter anderem auch feministische Gruppen, Menschenrechtsaktivisten und Oppositionsvertreter. Medardo González von der Nationalen Befreiungsfront Farabundo Martí warf Bukele Angriffe auf die Unabhängigkeit der Justiz vor. »Dies ist etwas, was nur eine diktatorische Regierung tun würde, und das wollen wir in El Salvador nicht«, sagte der Oppositionspolitiker.

mfh/AFP
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