Coronakrise Bundesregierung erklärt elf EU-Regionen zu Risikogebieten

In der Coronakrise steigen die Infektionszahlen im europäischen Ausland. Auf einer aktualisierten Liste der Risikogebiete sind gleich mehrere Regionen in deutschen Nachbarländern.
Behördenmitarbeiter desinfizieren Straßenzüge in Budapest (Symbolbild)

Behördenmitarbeiter desinfizieren Straßenzüge in Budapest (Symbolbild)

Foto: Marton Monus/EPA-EFE/Shutterstock

Die Bundesregierung hat Regionen in elf Ländern der Europäischen Union wegen steigender Infektionszahlen in der Coronakrise zu Risikogebieten erklärt. Darunter sind auch Gebiete in den Nachbarländern Dänemark, Tschechien, Frankreich, Österreich und den Niederlanden, wie aus der aktualisierten Liste des Robert Koch-Instituts hervorgeht.

Bereits seit vergangener Woche warnt die Bundesregierung vor Reisen in europäischen Regionen, darunter Wien, Budapest und Süd- sowie Nordholland. Beide Gebiete sind weiter Teil der Liste des Robert Koch-Instituts . Diese Regionen wurden neu als Risikogebiet deklariert:

  • Dänemark: Hovedstaden

  • Frankreich: Bretagne, Centre-Val de Loire und Normandie

  • Irland: Dublin

  • Kroatien: Lika-Senj

  • Niederlande: Utrecht

  • Österreich: Vorarlberg

  • Portugal: der Großraum Lissabon

  • Rumänien: Covasna

  • Slowenien: Primorsko-notranjska (Küstenland-Innerkrain)

  • Tschechien: das gesamte Land mit Ausnahme der Regionen Aussiger Region (Ústecký) und der Mährisch-Schlesischen Region (Moravskloslezský)

  • Ungarn: Györ-Moson-Sopron

Reisewarnungen erwartet

Das Auswärtige Amt sprach am Mittwochabend für diese Gebiete auch eine Reisewarnung aus. Reisende, die aus Risikogebieten zurückkehren, müssen sich 48 Stunden vor oder nach der Einreise auf Corona testen lassen. Die Reisewarnung ist kein Verbot, soll aber eine erhebliche abschreckende Wirkung haben. Allerdings hat sie auch eine positive Seite für Verbraucher: Sie ermöglicht es Reisenden, Buchungen kostenlos zu stornieren.

Nach Ausbruch der Corona-Pandemie hatte das Auswärtige Amt am 17. März erstmals eine weltweite Reisewarnung für touristische Reisen ausgesprochen. Für mehr als 30 europäische Länder wurde sie Mitte Juni zunächst wieder aufgehoben. Schon nach wenigen Wochen mussten die Reisewarnungen für die ersten Länder aber wegen steigender Infektionszahlen wieder reaktiviert werden. Inzwischen ist mehr als die Hälfte der EU-Länder betroffen. Spanien ist aber weiterhin der einzige Mitgliedstaat, der komplett zum Risikogebiet erklärt wurde.

Die Einstufung erfolgt in der Regel, wenn die Zahl der Corona-Neuinfektionen die Marke von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen übersteigt. Bei der Reisewarnung kann es bisher auch noch andere Gründe wie Einreisesperren oder fehlende Hygienemaßnahmen geben.

Tschechiens Außenminister zeigt Verständnis

Der tschechische Außenminister Tomas Petricek sagte am Abend, dass die Entscheidung Deutschlands angesichts der Corona-Zahlen in seinem Land "verständlich" sei. Man habe in Verhandlungen mit Berlin Ausnahmen für Berufspendler, Lastwagenfahrer und Transitreisende erreichen können. "Wir verhandeln weiter über den sogenannten kleinen Grenzverkehr, also mögliche Ausnahmen für Menschen, die unmittelbar an der Grenze leben", sagte er.

Schätzungen zufolge arbeiten rund 37.000 tschechische Berufspendler in Deutschland, vor allem in der Gastronomie und dem Gesundheitswesen. In Bayern sieht die sogenannte Einreisequarantäneverordnung vor, dass Berufspendler aus dem Ausland nicht in Quarantäne müssen, wenn sie sich regelmäßig nicht länger als 48 Stunden im Ausland aufhalten und keine Symptome aufweisen. Sie gilt noch bis zum 3. Oktober.

hba/dpa
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