Umstrittene dritte Amtszeit Präsident Ouattara gewinnt Wahl in der Elfenbeinküste

Die Wahlkommission der Elfenbeinküste hat Alassane Ouattara zum klaren Sieger der Präsidentschaftswahl erklärt. Im Vorfeld der Abstimmung gab es massive Proteste gegen eine dritte Amtszeit des 78-Jährigen.
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Es ist vordergründig ein klarer Sieg für Präsident Alassane Ouattara - aber hinter dem Wahlerfolg stehen viele Fragezeichen: Der Staatschef der Elfenbeinküste hat die Präsidentenwahl in dem westafrikanischen Land nach vorläufigen Ergebnissen mit überwältigender Mehrheit gewonnen. Der 78-Jährige habe 94,27 Prozent der Stimmen erhalten, teilte die Wahlkommission mit. Die als stärksten Herausforderer gehandelten Henri Konan Bédié und Pascal Affi N'Guessan erhielten demnach nur 1,66 Prozent und 0,99 Prozent der Stimmen.

Die Wahl war von Gewalt und Spannungen überschattet. Am Tag der Abstimmung am Samstag wurden der Polizei zufolge drei Menschen getötet, laut der Opposition zwölf. Im Vorfeld der Abstimmung kamen Human Rights Watch zufolge mehr als 20 Menschen durch politische Gewalt oder Gewalt zwischen Bevölkerungsgruppen ums Leben. Ouattara hatte im März zunächst den Verzicht auf die Kandidatur für eine dritte Amtszeit verkündet, war dann nach dem überraschenden Tod seines designierten Nachfolgers aber doch erneut angetreten.

Die zwei aussichtsreichsten Gegenkandidaten durften nicht antreten

Die Opposition hatte zum Boykott der Wahl aufgerufen, da aus ihrer Sicht die Kandidatur von Ouattara verfassungswidrig ist. Die Verfassung der Elfenbeinküste erlaubt zwei Amtszeiten, Ouattara argumentiert aber, dass die 2016 von ihm durchgesetzte neue Verfassung die Uhren zurückstellt und ihm zwei neue Amtszeiten erlaubt. Die zwei gefährlichsten Gegner, Ex-Präsident Laurent Gbagbo und der ehemalige Rebellenführer Guillaume Soro, durften nicht antreten.

Die Elfenbeinküste mit ihren rund 25 Millionen Einwohnern hat in der Vergangenheit immer wieder politische Unruhen erlebt. 2010 brach nach umstrittenen Präsidentenwahlen ein Bürgerkrieg aus, dem etwa 3000 Menschen zum Opfer gefallen sein sollen. Das Land war bis 1960 eine französische Kolonie und hat noch immer enge Verbindungen nach Frankreich. Es ist der weltweit größte Exporteur von Kakao.

bmo/dpa
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