Vorfall in Südfrankreich Macron bei Bürgerbesuch von Mann geohrfeigt

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist bei einem Ortsbesuch von einem Unbekannten geschlagen worden. Der Mann schüttelte erst seine Hand, dann holte er aus. In Videos ist zu hören, was er dabei rief.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron

Foto: LIONEL BONAVENTURE / AFP

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist bei einem Besuch in Südfrankreich von einem Mann ins Gesicht geschlagen worden. Videoaufnahmen im Netz zeigen, wie Macron auf eine Gruppe von Menschen hinter einer Absperrung zuläuft und beginnen will, Hände zu schütteln. Ein Unbekannter zieht ihn folgend mit der linken Hand zu sich – und holt mit der rechten zu einer Ohrfeige aus. Personenschützer des Präsidenten schirmen Macron daraufhin ab.

Medienberichten zufolge hat der Angreifer »Montjoie Saint-Denis. A bas la macronie« gerufen, »Nieder mit der Macronie«. Der Ausruf »Montjoie Saint Denis« wird einer royalistischen, rechtsextremen Bewegung zugeordnet. Angeblich handelt es sich dabei um einen Kriegsruf aus dem 11. und 12. Jahrhundert.

Die Polizei nahm nach dem Vorfall zwei Menschen fest, darunter den mutmaßlichen Täter, wie die Präfektur mitteilte. Der Élyséepalast bestätigte am Dienstag den Vorfall, sprach aber von einem »versuchten Schlag«.

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Der Vorfall ereignete sich in der 6000-Einwohner-Gemeinde Tain-l'Hermitage nördlich von Valence in dem südöstlichen Département Drôme. Identität und Motivation des Mannes waren vorerst unklar.

»Das bedeutet, Frankreich anzugreifen«

Parteiübergreifend verurteilte die politische Klasse Frankreichs den versuchten Angriff auf den Präsidenten. »Physisch den Präsidenten der Republik anzugreifen, das bedeutet, Frankreich anzugreifen«, sagte der grüne Europaabgeordnete Yannick Jadot.

Der Sprecher der kommunistischen Partei sagte ebenfalls, niemand könne eine solche »Banalisierung der Gewalt« akzeptieren. Auch der einzige bisher ausgerufene Präsidentschaftskandidat des konservativen Lagers, Xavier Bertrand, verurteilte den Angriff.

»Den Puls fühlen«

Knapp ein Jahr vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich ist Macron seit einigen Tagen auf »Tour de France«. Bei der Rundreise will der 43-Jährige den Franzosen nach eigenen Worten »den Puls fühlen« und die Stimmung während der abebbenden der Corona-Pandemie einfangen.

Offiziell wurden die Reisen nicht als Wahlkampftermine ausgegeben. Noch hat Macron nicht bekannt gegeben, ob er bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Frühjahr wieder kandidieren wird. Der Vorfall ereignete sich gut zehn Tage vor Beginn der französischen Regionalwahlen, die als wichtiger Stimmungstest gelten.

In Tain-l'Hermitage wollte Macron laut Medienberichten mit Gastwirten und Studierenden vor weiteren Lockerungen der Corona-Maßnahmen über die Rückkehr zur Normalität sprechen.

Der Präsidentenpalast nannte keine Details zu den Hintergründen und erklärte, dass der Präsident seine Reise fortgesetzt habe. Macron nimmt ab Freitag an einer Reihe internationaler Spitzentreffen teil. Den Auftakt macht der G7-Gipfel in Großbritannien.

mrc/ire/AFP/dpa
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