Macron appelliert bei Staatsbesuch in den USA »Wir müssen wieder Waffenbrüder werden«

Mit viel Pomp ist Emmanuel Macron im Weißen Haus empfangen worden. Auf Frankreichs Präsidenten warteten US-Käse und Kanonenschüsse. Mit eindringlichen Worten beschwor der Gast den Zusammenhalt der Verbündeten.
Emmanuel Macron zu Besuch bei Joe Biden: »Die Vereinigten Staaten könnten sich keinen besseren Partner wünschen als Frankreich«

Emmanuel Macron zu Besuch bei Joe Biden: »Die Vereinigten Staaten könnten sich keinen besseren Partner wünschen als Frankreich«

Foto: Kevin Lamarque / REUTERS

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und seine Ehefrau Brigitte sind feierlich im Weißen Haus empfangen worden. Neben dem US-Präsidenten Joe Biden und dessen Frau Jill hießen auch Vizepräsidentin Kamala Harris und zahlreiche US-Minister die Gäste aus Frankreich in der US-Hauptstadt Washington willkommen.

Macron würdigte bei einer Rede in der französischen Botschaft das Bündnis beider Staaten als »stärker als alles andere«. Man müsse versuchen, der historischen Bedeutung der Partnerschaft auch in Zukunft gerecht zu werden.

Macron sagte, dass es bei dem Besuch auch darum gehe, die »gemeinsamen Agenden zu synchronisieren«. Es bestehe die Gefahr, dass die USA bei vielen Themen zuerst auf sich selbst schauen würden und dann auf ihre Rivalität mit China.

Gemeinsamer Auftritt auf dem Balkon: Brigitte und Emmanuel Macron sowie Joe und Jill Biden

Gemeinsamer Auftritt auf dem Balkon: Brigitte und Emmanuel Macron sowie Joe und Jill Biden

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CHRIS KLEPONIS / POOL / EPA

Ein absehbarer Konfliktpunkt zwischen Macron und Biden ist etwa der sogenannte Inflation Reduction Act : Mit dem Gesetz wollen die USA ihre Industrie ankurbeln und gegenüber ausländischen Wettbewerbern bevorzugen. Subventionen und Steuergutschriften sind daran geknüpft, dass Unternehmen US-Produkte verwenden oder selbst in den USA produzieren. Macron warnte, dies seien »Entscheidungen, die den Westen zersplittern werden.«

Bei einer Ansprache auf der Südwiese vor dem Weißen Haus betonten beide Präsidenten die enge Partnerschaft der beiden Länder – auch angesichts aktueller Krisen. Angesichts der Verpflichtung aus der gemeinsamen Geschichte, der Wiederkehr des Krieges auf europäischem Boden nach der russischen Aggression gegen die Ukraine und der »vielfältigen Krisen, mit denen unsere Nationen und alle Gesellschaften konfrontiert sind, müssen wir wieder Waffenbrüder werden«, sagte Macron. Biden sagte: »Die Vereinigten Staaten könnten sich keinen besseren Partner in dieser Welt wünschen als Frankreich.«

Macron ist seit Dienstagabend für einen mehrtägigen Staatsbesuch in den USA. Anders als bei regulären Arbeitsbesuchen ist dabei der protokollarische Aufwand viel höher und sieht besondere Programmpunkte wie etwa das Staatsbankett vor. Macron ist der erste ausländische Gast in Bidens Amtszeit, dem diese Ehre zuteilwird. Er wird bei der Reise neben seiner Ehefrau Brigitte auch von mehreren Ministerinnen und Ministern begleitet.

Hummer aus Maine, Wein aus dem Napa Valley

Zu Ehren des Besuchs spielte die Militärkapelle die Hymnen der USA und Frankreichs, der Empfang wurde von Kanonenschüssen begleitet. Auf der Speisekarte des Dinners standen Spezialitäten aus den USA – darunter Hummer aus dem Bundesstaat Maine und Wein aus dem Napa Valley in Kalifornien. Auch amerikanischer Käse soll serviert werden. Es handele sich um »herausragende und preisgekrönte Käsesorten«, ließ das Weiße Haus wissen. Die Franzosen rühmen sich für ihren Käse, der auch auf dem Weltmarkt eine herausragende Rolle spielt. Musikalisch wird das Dinner von Jazz- und Soulmusiker Jon Batiste begleitet.

Die Gestaltung des Abendessens sei von den identischen Farben der Flaggen beider Länder inspiriert und in Rot, Weiß und Blau gehalten, sagte die First Lady der USA, Jill Biden, dem Weißen Haus zufolge über die Tischdekoration. »Ich habe gelernt, dass das Eindecken eines Tisches ein Akt der Liebe sein kann – und als ich meine eigene Familie hatte, tat ich mein Bestes, um diese Tradition am Leben zu erhalten.«

sol/dpa/AFP
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