Nahostkonflikt Türkei und Russland für Waffenpause in Libyen

Mehr als eineinhalb Stunden trafen sich der türkische Präsident Erdogan und Russlands Staatschef Putin zu einem Vier-Augen-Gespräch. Für Libyen forderten sie eine rasch beginnende Waffenruhe.
Vier-Augen-Gespräch in Istanbul: Putin und Erdogan

Vier-Augen-Gespräch in Istanbul: Putin und Erdogan

Foto: REUTERS/ Mikhail Klimentyev/ RIA Novosti/ Kremlin

Vor der gemeinsamen Eröffnung einer Erdgasfernleitung hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan Kremlchef Wladimir Putin in Istanbul empfangen. Das Gespräch unter vier Augen habe eine Stunde und 35 Minuten gedauert, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Beide forderten eine Waffenruhe im Libyenkrieg ab dem 12. Januar. Das geht aus einer gemeinsamen Erklärung der beiden Präsidenten hervor.

In Libyen herrscht seit dem Sturz des Langzeitherrschers Muammar al-Gaddafi 2011 Bürgerkrieg. Erdogan hatte Sonntagnacht mitgeteilt, dass die Türkei erste Soldaten nach Libyen entsandt habe. Am Mittwoch hieß es in einem Bericht der Zeitung "Hürriyet", dass bisher 35 türkische Militärs dort angekommen seien. Die Türkei unterstützt die international anerkannte Regierung von Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch in Tripolis, die mit dem General Chalifa Haftar und einer Gegenregierung im Osten Libyens um die Macht kämpft. Russland steht wie mehrere arabische Staaten auf Seiten Haftars.

Dem Treffen von Putin und Erdogan war deshalb große Bedeutung zugemessen worden. Kanzlerin Angela Merkel hatte zuletzt mit beiden telefoniert und wird am Samstag nach Moskau zu einem Gespräch mit Putin fliegen.

Beide Staatschefs riefen angesichts der jüngsten Konfrontation zwischen den USA und Iran alle Beteiligten zur Zurückhaltung auf. Wechselseitige Angriffe und Gewaltanwendung trügen nicht dazu bei, "Lösungen für die komplexen Probleme im Nahen Osten zu finden". Russland und die Türkei forderten, "zurückhaltend und vernünftig zu handeln und der Diplomatie Vorrang einzuräumen", hieß es in der Mitteilung weiter.

Auch während seiner Rede zur Eröffnung der Gasfernleitung Turkish Stream hatte Erdogan über die Krisen in der Region gesprochen. Die Türkei wolle nicht, dass sie "zur Bühne von Stellvertreterkriegen" werde. "In unserer Region hat keiner mehr die Kraft, neue Preise zu bezahlen. Niemand hat das Recht, nur um seines eigenen Profits willen, besonders den Irak und die gesamte Region in einen neuen Feuerkreis zu werfen."

als/dpa/Reuters/dpa
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