Oppositionspolitiker Maseko erschossen Der König von Eswatini drohte seinen Kritikern mit Söldnern – kurz danach ist einer tot

Mswati III. herrscht im afrikanischen Zwergstaat Eswatini seit 1986. Am Samstag erklärte er, Kritiker der Monarchie sollten »sich nicht darüber beschweren, dass sie von Söldnern umgebracht werden«. Nun ist offenbar genau das passiert.
König Mswati III.

König Mswati III.

Foto: SHIRAAZ MOHAMED/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Mord mit Ansage? In dem südafrikanischen Zwergstaat Eswatini ist ein prominenter Oppositionspolitiker und Menschenrechtsanwalt von Unbekannten erschossen worden. Thulani Maseko wurde am Samstagabend in seinem Haus in Luhleko, etwa 50 Kilometer von der Hauptstadt Mbabane entfernt, von Kugeln tödlich getroffen, wie ein Sprecher der Opposition der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Der Täter oder die Täter hätten Maseko von draußen durch ein Fenster erschossen, während dieser sich mit seiner Familie im Haus aufhielt, sagte Sikelela Dlamini, Generalsekretär des Swaziland Multistakeholder Forum (SMF), einem Zusammenschluss von Oppositionsparteien, Verbänden und Kirchen, den Maseko gegründet hatte. Näheres sei noch nicht bekannt, die Familienmitglieder stünden unter Schock, fügte er hinzu.

Thulani Maseko

Thulani Maseko

Foto: GIANLUIGI GUERCIA / AFP

Maseko hatte gegen König Mswati III. geklagt, weil dieser das ehemalige Swasiland per Dekret in Eswatini umbenannt hatte. Anlässlich des 50. Jahrestags der Unabhängigkeit von Großbritannien 2018 war der Name des Landes in Eswatini geändert worden. Laut Maseko verstieß der König mit der Umbenennung gegen die Verfassung. Der Anwalt war bereits 2014 gemeinsam mit dem Herausgeber der Zeitschrift »The Nation«, Bheki Makhubu, wegen Kritik an der Regierung festgenommen und verurteilt worden.

Angeblich weiße Söldner aus Südafrika im Einsatz

Masekos Tod ereignete sich nur wenige Stunden, nachdem König Mswati III. Aktivisten gewarnt hatte, welche die Abschaffung der Monarchie fordern. Diese sollten »sich nicht darüber beschweren, dass sie von Söldnern umgebracht werden«, sagte der Monarch. Sie hätten mit der Gewalt begonnen.

Vergangene Woche hatte das Swaziland Solidarity Network (SSN) mit Sitz in Südafrika berichtet, der König habe Söldner – hauptsächlich weiße Afrikaner aus Südafrika – angeheuert, damit diese die Sicherheitskräfte in Eswatini bei der Unterdrückung der Opposition unterstützen. Ein Regierungssprecher wies diese Angaben zurück.

König Mswati herrscht in Eswatini seit 1986. Ihm werden regelmäßig Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen.

dop/AFP
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