Grenze zur Ukraine EU besorgt wegen Berichten über russische Truppenbewegung

Was geht an der ukrainischen Grenze vor sich? Nach den USA will auch die EU die Lage genau beobachten. Bisherige Informationen über die Aktivität der russischen Armee seien »eher beunruhigend«.
Russische Soldaten besteigen ein Flugzeug für ein Lufttraining: »Gegebenenfalls weitere Schritte prüfen«

Russische Soldaten besteigen ein Flugzeug für ein Lufttraining: »Gegebenenfalls weitere Schritte prüfen«

Foto: Lev Fedoseyev / imago images/ITAR-TASS

Die EU hat sich besorgt über Berichte von russischen Truppenbewegungen in der Nähe der russisch-ukrainischen Grenze gezeigt. »Wir beobachten die Situation weiter, und die Informationen, die wir bisher gesammelt haben, sind eher beunruhigend«, sagte der Sprecher des Auswärtigen Dienstes der EU, Peter Stano, am Freitag in Brüssel. In Zusammenarbeit mit Partnern wie den USA und Großbritannien »sind wir bereit, gegebenenfalls weitere Schritte zu prüfen«.

Die USA hatten am Donnerstag von Moskau Aufklärung über »ungewöhnliche« Aktivitäten der Armee im Grenzgebiet zur Ukraine gefordert. Außenminister Antony Blinken warnte Russland vor einem »schwerwiegenden Fehler« und bekräftigte die Unterstützung der USA für die »Souveränität, Unabhängigkeit und die territoriale Integrität« der Ukraine.

Die ukrainische Armee kämpft seit der russischen Annexion der Krim 2014 gegen prorussische Separatisten im Osten des Landes. Der Westen wirft Russland vor, die Separatisten zu unterstützen, was die Regierung in Moskau bestreitet.

Im März hatte Russland bei einem massiven Truppenaufmarsch Tausende Soldaten, schwere Militärausrüstung, Marineschiffe und Luftwaffenflugzeuge nahe der ukrainischen Grenze und in der Region der annektierten Krim-Halbinsel zusammengezogen.

Die Truppenbewegungen lösten international Besorgnis aus und nährten Befürchtungen, dass es zu einem russischen Einmarsch in die Ukraine kommen könnte. Nach Wochen erklärte Moskau das angebliche Manöver schließlich für beendet und zog seine Soldaten wieder ab.

Der Kreml hatte die Übung damit begründet, dass im Frühjahr traditionell die Verteidigungsbereitschaft der Streitkräfte überprüft werde. Allerdings war der militärische Aufmarsch nach Einschätzung westlicher Experten so stark wie seit 2014 nicht mehr, als Russland sich die Krim einverleibte.

mfh/AFP
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