Migration nach Europa Illegale Einreisen aus der Türkei beinahe halbiert

Die illegale Migration von der Türkei in die EU ist im ersten Halbjahr offenbar stark zurückgegangen. Deutschland scheint nicht mehr das Hauptziel zu sein. Mehr Flüchtlinge kommen über den Ärmelkanal nach Großbritannien.

Die Zahl der illegalen Einreisen aus der Türkei in die EU ist im ersten Halbjahr um fast die Hälfte zurückgegangen. Bis Anfang Juli seien 10.257 Migranten eingereist, die meisten von ihnen nach Griechenland, berichtete die "Welt am Sonntag"  unter Berufung auf einen internen Bericht der EU-Kommission. Im Vorjahreszeitraum seien noch 19.812 Ankünfte registriert worden.

Ende Februar hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan im Streit mit der EU die Grenzen zu Griechenland für geöffnet erklärt. Daraufhin kam es zu einem starken Flüchtlingsandrang an der türkisch-griechischen Grenze. Zwischen der EU und der Türkei besteht seit März 2016 ein Abkommen, das Ankara verpflichtet, seine Grenzen gegen illegale Migration in die EU zu sichern.

Deutschland ist nicht mehr Fluchtziel Nummer eins

Aus dem EU-Dokument geht dem Bericht zufolge außerdem hervor, dass Deutschland nicht länger das Hauptziel für Asylsuchende in der EU ist. Demnach verzeichnete Spanien mit 45.736 Anträgen die meisten Asylgesuche im ersten Halbjahr 2020. Es folgen Deutschland (41.158 Anträge) und Frankreich (36.817 Anträge).

Großbritannien besorgt über Flüchtlinge auf Ärmelkanal

Besorgt zeigt sich derweil Großbritannien, angesichts der steigenden Zahl an Migranten, die von Frankreich kommend den Ärmelkanal in kleinen Booten überqueren. "Die Franzosen müssen sicherstellen, dass Migranten, die beim Versuch erwischt werden, Großbritannien per Boot zu erreichen, es nicht wieder machen", schrieb der für Flüchtlingsfragen zuständige Minister, Chris Philp, in einem Gastbeitrag für die Zeitung "Telegraph" . Philp wolle nächste Woche nach Paris reisen, um das Thema mit der französischen Regierung zu diskutieren. 

Einem Bericht der BBC  zufolge haben dieses Jahr fast 4000 Menschen in mehr als 300 kleinen Booten versucht, den Ärmelkanal zu überwinden. Die meisten Flüchtlinge kommen dabei aus Ägypten, dem Jemen, dem Sudan und dem Irak.

rwi/afp
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.