Verbot bis 2027 EU-Parlament fordert Ende der Käfighaltung

Damit Nutztieren ein artgerechtes Leben ermöglicht wird, verlangen die Europaparlamentarier ein Verbot der Käfighaltung in der EU. Anstoß war eine Bürgerinitiative, die fast 1,4 Millionen Menschen unterzeichnet haben.
Das Europaparlament will, dass bis 2027 Legehennen nicht mehr in Käfigen gehalten werden würfen

Das Europaparlament will, dass bis 2027 Legehennen nicht mehr in Käfigen gehalten werden würfen

Foto: Roland Weihrauch/ dpa

Das Europaparlament hat ein Verbot der Käfighaltung von Nutztieren in der EU gefordert. Das Parlament rief am Donnerstag die EU-Kommission dazu auf, gesetzliche Grundlagen für eine schrittweise Abkehr von dieser Art von Tierhaltung bis spätestens 2027 zu schaffen.

Alternativen zur Käfighaltung etwa von Hühnern und Schweinen existierten und müssten in den Mitgliedstaaten ausgebaut werden, teilten die Abgeordneten mit. Sie betonten dabei die Wichtigkeit einer ausreichend langen Übergangsphase für Bauern und Viehzüchter.

Die Tierhalter könnten geschult sowie anderweitig unterstützt werden, damit ihnen keine Nachteile entstünden und die Viehzucht nicht an Orte außerhalb der EU verlagert werde, wo das Verbot nicht gelte.

Zudem forderte das Parlament, das Mästen von Enten und Gänsen für die in Frankreich beliebte Spezialität Stopfleber zu verbieten. »Die Bedingungen, unter denen Tiere ihr oft sehr kurzes Leben verbringen, sind keine Tierhaltung, sondern schlicht und einfach Tierquälerei«, sagte der Grünen-Europaabgeordnete Sven Giegold.

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Bilder aus Legehennen-Großanlage: Missstände in der Eierproduktion

Foto: Animal Equality

Die Entschließung geht auf eine europäische Bürgerinitiative zurück. Aktivisten hatten mit der Kampagne »End the Cage Age« (Beendet das Käfig-Zeitalter) bis Oktober vergangenen Jahres knapp 1,4 Millionen Unterschriften gesammelt. Somit hatten sie genug Unterstützung, dass sich die EU-Kommission mit der Initiative befassen muss.

mjm/AFP
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