Inzidenz über 1000 EU schickt Ärzte und Ausrüstung wegen Corona-Notlage nach Rumänien

Überfüllte Intensivstationen, fehlende Sauerstoffgeräte, kaum Geimpfte: Die Coronalage in Rumänien hat sich extrem verschärft. Die Regierung reagiert mit drastischen Maßnahmen.
Impfen in Rumänien: Eine der niedrigsten Impfquoten der EU

Impfen in Rumänien: Eine der niedrigsten Impfquoten der EU

Foto: ROBERT GHEMENT / EPA

Angesichts der sich zuspitzenden Corona-Notlage in Rumänien hat die EU-Kommission zusätzliche Ärzte und medizinische Ausrüstung in das südosteuropäische Land geschickt. Zwei medizinische Teams aus Dänemark und Polen seien diese Woche in Bukarest eingetroffen, um die rumänischen Ärzte bei der Behandlung der steigenden Zahl von Coronapatienten zu unterstützen, teilte die Brüsseler Behörde am Freitag mit.

Zudem seien 350 Sauerstoffkonzentratoren, mehr als 20.000 Dosen mit Antikörpern, 500.000 Antigentests sowie weiteres medizinisches Gerät nach Rumänien geliefert worden. »Die EU ist nach wie vor entschlossen, Rumänien und anderen Ländern in Not jede erforderliche Hilfe zukommen zu lassen«, sagte der für humanitäre Hilfe und Krisenschutz zuständige EU-Kommissar Janez Lenarcic.

Die Coronalage in Rumänien hatte sich zuletzt dramatisch verschärft. Das Gesundheitswesen im Land wird mit der Versorgung der steil steigenden Anzahl von Covid-19-Patienten kaum noch fertig. Dutzende schwer kranker Patienten wurden bereits in Nachbarländer wie Ungarn gebracht, weil es in den Intensivstationen keinen Platz mehr gibt.

Die 14-Tage-Inzidenz der Neuansteckungen stieg zuletzt auf über tausend pro 100.000 Einwohner und blieb eine der höchsten in der EU. Zugleich hat Rumänien EU-weit eine der niedrigsten Impfquoten: Nur knapp ein Drittel der Rumänen ist laut der EU-Gesundheitsbehörde (ECDC) vollständig geimpft.

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Seit Anfang dieser Woche gelten im Land verschärfte Vorsichtsmaßnahmen: Neben einer landesweiten Maskenpflicht in geschlossenen öffentlichen Räumen und im Freien hat die Regierung Schulen, Kindergärten und Kinderkrippen zwei Wochen lang geschlossen. Zugang zu Geschäften, Gaststätten und Kultureinrichtungen haben nur noch Geimpfte, Genesene oder Getestete. Nachts gelten Ausgangsbeschränkungen: Von 22 bis 5 Uhr morgens dürfen nur noch Geimpfte oder Genesene frei ihre Wohnungen verlassen.

mfh/dpa

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