Verstorbener Bürgerrechtler Ex-Präsident Obama soll offenbar Rede bei Begräbnis von John Lewis halten

Obama kommt, Bill Clinton und George W. Bush wohl auch: Mehrere frühere US-Präsidenten werden dem Abgeordneten John Lewis die letzte Ehre erweisen. Der aktuelle Amtsinhaber steht nicht auf der Gästeliste.
Barack Obama verleiht John Lewis die Presidential Medal of Freedom (2011)

Barack Obama verleiht John Lewis die Presidential Medal of Freedom (2011)

Foto: Carolyn Kaster/ AP

Schon bei der ersten Begegnung als Student habe er ihn "seinen Helden" genannt. So erinnerte sich der ehemalige US-Präsident Barack Obama an den verstorbenen Bürgerrechtler und Kongressabgeordneten John Lewis. Nun wird Obama Berichten zufolge bei dessen Begräbnis an diesem Donnerstag die Grabrede halten.

Auch die Ex-Präsidenten Bill Clinton und George W. Bush würden an den Feierlichkeiten in der Ebenezer Baptist Church in Atlanta im Bundesstaat Georgia teilnehmen. Das berichteten mehrere US-Medien am Mittwoch (Ortszeit) übereinstimmend unter Berufung auf informierte Quellen. Der amtierende US-Präsident Donald Trump plant demnach nicht, bei der Beerdigung dabei zu sein.

Der Demokrat Lewis war am 17. Juli im Alter von 80 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs gestorben. Sein Leichnam war im US-Kapitol aufgebahrt worden, wo die Bürger bis einschließlich Dienstag Abschied von dem Weggefährten des Bürgerrechtlers Martin Luther King nehmen konnten.

Trump hatte am Montag gesagt, er werde anlässlich des Abschieds von Lewis nicht das Kapitol besuchen. Der Präsident hatte am Tag nach Lewis' Tod das Herabsetzen der Flaggen auf halbmast angeordnet. Lewis galt als Kritiker Trumps.

Obama hingegen war ein guter Freund von Lewis. Nach dem Tod des Bürgerrechtlers erinnerte der bislang einzige schwarze US-Präsident daran, wie sehr Lewis sein eigenes Leben geprägt habe. "Als ich zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wurde, umarmte ich ihn vor der Vereidigung und sagte ihm, dass ich nur dort sei wegen der Opfer, die er erbracht habe", schrieb Obama in einem Nachruf.

Emotionale Aktion an berühmter Brücke

Am Wochenende war Lewis' Sarg in einem symbolträchtigen Akt über jene Brücke gefahren worden, an der Lewis während eines Bürgerrechtsmarschs 1965 schwer verletzt worden war. Der in die US-Flagge gehüllte Sarg stand auf einer offenen Kutsche, die von zwei Pferden über die Edmund-Pettus-Brücke in Selma im Bundesstaat Alabama gezogen wurde.

Lewis war 1963 Redner beim legendären Marsch auf Washington, bei dem Martin Luther King Jr. seine weltberühmte "I Have a Dream"-Rede hielt. Zusammen mit King organisierte er die Protestmärsche von Selma nach Montgomery, die den politischen Höhepunkt der Bürgerrechtsbewegung markierten.

jok/dpa
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