Explosionen auf der Krim Touristen fliehen vom Strand und auf den Straßen bilden sich kilometerlange Staus

Jähes Ende eines Ferientages: Auf Videos ist zu sehen, wie die Menschen nach heftigen Detonationen nahe einer russischen Militärbasis panisch den Strand verlassen. Die Ursache bleibt umstritten.
Am Strand von Saki steigt nach Explosionen Rauch auf

Am Strand von Saki steigt nach Explosionen Rauch auf

Foto: Uncredited / dpa

Auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim im Schwarzen Meer ist Munition auf einem russischen Luftwaffenstützpunkt explodiert. In sozialen Netzwerken kursierten am Dienstag Videos, die Explosionen und große Rauchwolken in der Nähe von Badestränden zeigten. Sie sollen bei dem Dorf Nowofjodorowka unweit des Seebades Jewpatorija aufgenommen worden sein. Ein Mensch sei getötet worden, teilte Krim-Chef Sergej Aksjonow nach Angaben russischer Agenturen mit. Sieben weitere Menschen, darunter zwei Kinder, wurden nach örtlichen Angaben verletzt.

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Touristen verließen das Gebiet fluchtartig. Aksjonow sagte, dass ein Bereich im Radius von fünf Kilometern rund um den Stützpunkt abgesperrt worden sei. Der Brand sei gegen Abend unter Kontrolle gebracht worden. Zur Ursache der Explosion äußerte er sich nicht.

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Verstöße gegen den Brandschutz als mögliche Ursache

Nach Angaben der »New York Times« gehen die gewaltigen Explosionen auf einen ukrainischen Angriff zurück. Dabei sei eine von der Ukraine selbst entwickelte Waffe eingesetzt worden, zitierte die Zeitung einen ranghohen ukrainischen Militär. Nähere Angaben wurden nicht gemacht.

Das russische Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, dass Munition explodiert sei. Als Ursache würden Verstöße gegen den Brandschutz vermutet.

Rauch auf dem Luftwaffenstützpunkt Saki

Rauch auf dem Luftwaffenstützpunkt Saki

Foto: IMAGO/Maks Vetrov / IMAGO/SNA

»Das war ein Luftwaffenstützpunkt, von dem regelmäßig Flugzeuge zu Angriffen auf unsre Kräfte an der südlichen Front gestartet sind«, sagte der ukrainische Offizier nach Angaben der»New York Times«. Bei dem Angriff hätten auch örtliche Partisanen, die loyal zur Ukraine stehen, eine Rolle gespielt.

»Die heutigen Explosionen in Nowofjodorowka sind ein weiterer Beleg dafür, wem die Krim gehört.«

Das ukrainische Verteidigungsministerium teilte mit, es könne nichts zur Ursache der Explosionen sagen. Es bestehe aber die Gefahr, dass Russland Beweise für einen angeblichen ukrainischen Angriff fälsche. Der 9. August sei der Internationale Tag der indigenen Völker, schrieb die ukrainische Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk auf Telegram. Dazu zählten in der Ukraine die Krimtataren, die Karaimen und die Krimtschaken. »Die heutigen Explosionen in Nowofjodorowka sind ein weiterer Beleg dafür, wem die Krim gehört.«

Der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak schrieb auf Twitter: »Das ist nur der Anfang.« Die Krim habe eine Zukunft als Reiseparadies ohne russische Besatzung vor sich.

Russland hatte die Krim im Jahr 2014 annektiert. Im Zuge des Ende Februar begonnenen Angriffskriegs forderte Moskau wiederholt die Anerkennung der Krim als russisches Staatsgebiet – was Kiew klar ablehnt. Auch international wird die Halbinsel mit ihren über zwei Millionen Einwohnern weiter als ukrainisches Territorium angesehen.

czl/dpa/AFP
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