Verwendung von Nazisymbol Facebook löscht Werbung von Trumps Wahlkampfteam

Mit einem umgedrehten roten Dreieck wurden politische Inhaftierte in Konzentrationslagern erkennbar gemacht. Nun tauchte das Symbol in Wahlkampfwerbung für Donald Trump auf Facebook auf. Die Plattform reagierte.
Donald Trump bei Wahlkampfauftritt im Januar

Donald Trump bei Wahlkampfauftritt im Januar

Foto: SAUL LOEB/ AFP

Facebook hat Anzeigen des Wahlkampfteams von US-Präsident Donald Trump gesperrt, die ein in NS-Konzentrationslagern verwendetes Symbol enthielten. Die Posts hätten gegen die Regeln des Onlinenetzwerks gegen "organisierten Hass" verstoßen, teilte das Unternehmen mit.

Trumps Wahlkampfteam hatte in mehreren Posts mit einem nach unten gedrehten, roten Dreieck, geworben. Mit dem sogenannten Winkel wurden in den Konzentrationslagern der Nazis politische Gefangene gekennzeichnet. Laut der "Washington Post ", die Facebook nach eigenen Angaben auf den historischen Hintergrund des Symbols in der Wahlkampfwerbung hingewiesen hatte, wurde das Dreieck erstmals in den Dreißigerjahren verwendet, um etwa Kommunisten erkennbar zu machen.

Nach Angaben der Zeitung tauchte das Symbol in mehreren Beiträgen von Trumps Wahlkampfteam "Team Trump" und auch in Anzeigen von Trump und seinem Vizepräsidenten Mike Pence auf.

In einem begleitenden Text wurde demnach vor "gefährlichen Mobs linksradikaler Gruppen" gewarnt und zur Unterzeichnung einer Petition gegen die "Antifa" aufgerufen. Trump hat die "Antifa" wiederholt für Ausschreitungen am Rande der Demonstrationen nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz verantwortlich gemacht.

Beitrag wurde fast eine Million Mal abgerufen

Allerdings gibt es laut der Nachrichtenagentur AFP keine Hinweise darauf, dass Antifa-Aktivisten bei den Protesten eine zentrale Rolle spielen. Vielmehr wurden am Rande der Proteste wiederholt bewaffnete Rechtsextreme festgenommen.

Auch wenn die Beiträge inzwischen entfernt wurden, sollen sie nach Angaben der "Washington Post" allein auf Trumps Account fast eine Million Mal abgerufen worden sein. Mit dem Eingriff Facebooks könnte der Streit zwischen dem Präsidenten und den sozialen Medien erneut aufflammen.

Trump hatte sich im Mai bereits mit dem Kurznachrichtendienst Twitter angelegt, nachdem dieser eine Behauptung Trumps über möglichen Betrug bei Briefwahlen einem Faktencheck unterzogen hatte. Twitter hatte Trumps Aussage als "unbegründet" zurückgewiesen und den Beitrag des Präsidenten mit dem Hinweis "Erfahren Sie die Fakten über Briefwahl " versehen.

Trump hatte erbost auf den Schritt reagiert und angekündigt, ein Gesetz zu kippen, das soziale Netzwerke in den USA vor Haftung für die bei ihnen veröffentlichten Inhalte schützt.

fek/AFP
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