Rassismusvorwurf Facebook verbannt "Zwarte Piet" von Plattformen

Es sei "nicht hinnehmbar, dass Menschen sich durch bestimmte Berichte diskriminiert und nicht sicher fühlen", teilte Facebook mit. Stereotype Darstellungen des umstrittenen Nikolaushelfers "Zwarte Piet" sind von nun an verboten.
Symbolbild

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Foto: Stephan Jansen/ dpa

Der umstrittene niederländische Nikolaushelfer "Zwarte Piet" darf künftig nicht mehr in stereotyper Form auf Facebook und Instagram gezeigt werden. Das teilte das Unternehmen im Rahmen der neuen Hausregeln mit, mit denen man Rassismus und Antisemitismus entgegensteuern will.

Zu den unzulässigen Stereotypen zählt Facebook schwarze Schminke, dicke Lippen und eine Kraushaar-Perücke. Fotos, Zeichnungen oder Videos, die diesen Richtlinien nicht entsprechen, können durch Facebook von den Plattformen entfernt werden, sollten sie vorher gemeldet werden.

Außerdem kündigte Facebook an, gegen jegliche diskriminierenden Karikaturen von Minderheiten vorzugehen: Sei es durch "Blackfacing" oder der Entmenschlichung von Juden, indem das Klischee der allmächtigen Beeinflussung von Politik, Wirtschaft und Medien bedient werde.

Facebook findet es nicht hinnehmbar, "dass Menschen sich durch bestimmte Berichte diskriminiert und nicht sicher fühlen", heißt es in einer Erklärung des Unternehmens. Und: "Sinterklaas ist ein Fest für alle."

Sinterklaas heißt der Nikolaus in den Niederlanden und Belgien, der von den fröhlichen schwarz-geschminkten Helfern bei seinen Auftritten begleitet wird.

"Zwarte Piet" steht seit Jahren in der Kritik

Seit Jahren wird in den Niederlanden heftig um den "Zwarte Piet" gestritten. Für viele Niederländer, vor allem schwarze, ist die Darstellung des Piet rassistisch. Auch international werden die Niederlande dafür heftig kritisiert.

Traditionell erscheinen die Nikolaushelfer bei den öffentlichen Umzügen im Winter mit schwarz geschminkten Gesichtern, einer Perücke, dick geschminkten Lippen und einem bunten Fantasiekostüm.

Auf den sozialen Netzwerken wird heftig auf die Regelung reagiert. Anhänger der Pieten sprechen von einem "Angriff auf die Meinungsfreiheit". Anti-Rassismus-Organisationen loben dagegen das "positive und ermutigende Signal".

bah/dpa/AP
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