Zweiter Prozess zum Tod von George Floyd Drei Ex-Polizisten für schuldig befunden

Vor fast zwei Jahren sahen mehrere Kollegen dem damaligen Polizisten Derek Chauvin dabei zu, wie er dem Afroamerikaner George Floyd die Luft abdrückte – doch sie schritten nicht ein. Nun sind sie verurteilt worden.
Demonstranten vor dem Gerichtsgebäude in Saint Paul

Demonstranten vor dem Gerichtsgebäude in Saint Paul

Foto: ERIC MILLER / REUTERS

Die Tötung des Afroamerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz in den USA ist fast zwei jahre her. Nun sind drei beteiligte Ex-Polizisten verurteilt worden. Eine Jury befand die Männer in dem Verfahren vor einem Bundesgericht in Saint Paul im Bundesstaat Minnesota für schuldig, Floyds verfassungsmäßige Bürgerrechte verletzt zu haben. Das teilte das US-Justizministerium am Donnerstag mit.

Den Ex-Polizisten wurde vorgeworfen, keine medizinische Hilfe geleistet zu haben. Zwei der Männer wurden außerdem für schuldig befunden, nicht versucht zu haben, die Gewaltanwendung zu stoppen. Allen dreien drohen Haftstrafen.

Der Tod des Afroamerikaners Floyd am 25. Mai 2020 bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis hatte in den USA Demonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt ausgelöst. Videos dokumentieren, wie Polizisten den unbewaffneten Mann zu Boden drückten. Der weiße Beamte Derek Chauvin presste dabei sein Knie gut neun Minuten lang auf Floyds Hals, während dieser flehte, ihn atmen zu lassen. Seine Kollegen Alexander Kueng, Tou Thao und Thomas Lane schritten trotz Chauvins Handeln nicht ein. Floyd verlor der Autopsie zufolge das Bewusstsein – und starb.

Geschworene hatten Chauvin Ende April vergangenen Jahres in einem anderen Verfahren unter anderem des Mordes zweiten Grades für schuldig befunden. Ein Gericht in Minneapolis verurteilte ihn daraufhin zu einer Haftstrafe von 22 Jahren und sechs Monaten. Einige Monate später plädierte Chauvin in dem Verfahren nach Bundesrecht gegen ihn auf schuldig, weswegen ihm eine weitere Haftstrafe droht.

Mit dem Urteil werde anerkannt, dass die Ex-Polizisten gegen die Verfassung verstoßen hätten, sagte Justizminister Merrick Garland. Erst vor kurzer Zeit wurden im Fall Ahmaud Arbery drei weiße Männer wegen Hassverbrechen verurteilt. Der Schwarze war beim Joggen im Bundesstaat Georgia getötet worden.

cop/dpa