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Acht Milliarden - Der Auslands-Podcast Das tödliche Ende einer Liebesgeschichte an Europas Grenze

Ein Toter, sechs Verletzte und die Suche nach dem Schützen: Juan Moreno rekonstruiert im Podcast mit Maximilian Popp und Steffen Lüdke einen tödlichen Tag an der griechisch-türkischen Grenze, der vieles verändert.
Ein Podcast von Juan Moreno

Am Morgen des 4. März sackt der Pakistaner Muhammad Gulzar an der griechisch-türkischen Außengrenze zusammen. Er ist 42 Jahre alt, blaue Augen und schwarzes Haar. Seine Frau Saba Khan steht neben ihm, keine zwei Monate zuvor haben sie geheiratet. Gulzar presst die Hand auf seine Brust, eine Kugel des Kalibers 5,56 Millimeter hat ihn getroffen. 75 Minuten später wird er in einem türkischen Krankenhaus für tot erklärt.

In der neuen Folge des SPIEGEL-Auslandspodcasts "Acht Milliarden" spricht Host Juan Moreno diese Woche mit den SPIEGEL-Redakteuren Maximilian Popp und Steffen Lüdke, die mit Giorgos Christides diesen Moment nachrecherchiert haben. Er ist nicht nur eine private Tragödie. Die Szene hat auch große Bedeutung für Europa und seine Migrationspolitik. Hat ein griechischer Grenzwächter den Migranten erschossen?

In diesem Moment treffen zwei große Geschichten aufeinander:

  • Der Tod Muhammad Gulzars ist Teil eines politischen Krimis, der am griechischen Grenzzaun spielt. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Tausende Migranten an die Grenze gekarrt, um Europa zu erpressen. Die Türkei beschuldigt griechische Grenzer, Gulzar getötet zu haben. Die griechische Regierung weist das zurück. Es geht um Lügen, Verdächtige und Beweise, die erst in der Gesamtschau ein klares Bild ergeben; im Zentrum steht die Frage, wer Gulzar an diesem 4. März erschossen und sechs weitere Migranten verwundet hat.

  • Aber Gulzars Tod ist auch das tragische Ende einer Liebesgeschichte. Khan und Gulzar, Braut und Bräutigam, standen an diesem Tag nur an Europas Außengrenze, weil sie von einem gemeinsamen Leben in Griechenland träumten. Gulzar hatte schon seit 2007 in Griechenland gelebt und wollte seine Jugendliebe aus Pakistan nach Europa holen. Die erste Reise nach ihrer Hochzeit endete im Desaster.

Wochenlang haben die SPIEGEL-Reporter mit den Rechercheteams von Forensic Architecture, Bellingcat und Lighthouse Reports Videos von diesem Tag analysiert. Sie haben mit verletzten Migranten, griechischen Grenzern und mit Saba Khan gesprochen. Sie konnten Gulzars Autopsiebericht einsehen und auf einem Video scharfe Schüsse herausfiltern. "Uns war völlig klar, dass Berichte von Migranten von diesem Tag nicht reichen werden", sagt Popp.

Am Ende der Recherche gelangten sie zu einer Erkenntnis: Es waren aller Wahrscheinlichkeit nach griechische Grenzer, die an diesem Tag scharf auf Migranten geschossen und Muhammad Gulzar getötet haben. "Ein Elitesoldat hat uns im Detail erzählt, dass sie erst Platzpatronen eingesetzt und dann mit scharfer Munition auf den Boden geschossen hätten, um die Migranten aufzuhalten", sagt Lüdke.

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