Aus Protest gegen Corona-Regeln Festnahme nach Brandanschlag auf belgisches Parlament

Die belgische Polizei hat einen Mann festgenommen, der vermeintlich einen Anschlag auf das Parlament in Brüssel ausüben wollte. Die Behörden vermuten kein terroristisches Motiv - wohl aber eine "extreme Gesinnung".
Nach dem Anschlag: Straßensperren um das Parlamentsgebäude

Nach dem Anschlag: Straßensperren um das Parlamentsgebäude

Foto: Laurie Dieffemback/ dpa

Die belgische Polizei hat einen 36-Jährigen wegen eines versuchten Brandanschlags auf das Parlamentsgebäude in Brüssel festgenommen.

Die Staatsanwaltschaft teilte mit, der Mann habe am frühen Montagmittag versucht, eine selbst gebaute Benzinbombe auf den Palast der Nation zu werfen, in dem das Parlament tagt. Der Festgenommene sei polizeibekannt und komme aus Limbourg im Osten des Landes. Beim Verhör habe der Mann angegeben, aus Protest gegen das Corona-Krisenmanagement der Regierung gehandelt zu haben.

In dem Auto des Verdächtigen seien Dokumente gefunden worden, die auf eine "extreme Gesinnung" hindeuten könnten. Die Tat lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt jedoch keiner politischen Überzeugung zuordnen, so die Staatsanwaltschaft. Deshalb gehe man derzeit von keinem "terroristischen Motiv" aus. Der Mann selbst bestreite, ideologisch gehandelt zu haben.

Noch am Dienstag sollte der Verdächtige dem Untersuchungsrichter vorgeführt werden.

Bei dem Zwischenfall wurden mehrere geparkte Autos beschädigt. Der Mann wurde noch vor Ort festgenommen. Die Straßen um das Parlament wurden vorübergehend gesperrt.

Belgien stark von der Corona-Pandemie betroffen

Belgien hat im europäischen Vergleich die höchste Corona-Ansteckungsrate. Landesweit wurden über 66.400 Infektionen registriert, fast 10.000 Menschen starben bislang in Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung. Als Reaktion auf einen erneuten Anstieg der Infektionen verschärften die Behörden die Einschränkungen für die Bevölkerung zuletzt wieder deutlich. Ab Mittwoch gilt landesweit eine Obergrenze von fünf Personen für private Treffen. In Antwerpen wurde zudem eine nächtliche Ausgangssperre verhängt.

bah/AFP/dpa
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