Sauli Niinistö Coronainfizierter finnischer Präsident an Lungenentzündung erkrankt

Zuerst infizierte sich Sauli Niinistö mit dem Coronavirus, dann erkrankte Finnlands Präsident an einer Lungenentzündung. Jetzt konnte der 73-Jährige das Krankenhaus verlassen.
Sauli Niinistö

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Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Finnlands Präsident Sauli Niinistö befindet sich nach einem Klinikaufenthalt nach eigenen Angaben auf dem Weg der Besserung. Der mit dem Coronavirus infizierte Staatschef war an einer Lungenentzündung erkrankt.

Seine Covid-19-Erkrankung habe nachgelassen, »und die Lungenentzündung hat zugeschlagen«, schrieb der 73-Jährige auf seiner Facebook-Seite. Die Entzündung und auch das Fieber gingen aber zurück. Der Genesungsprozess werde nun zu Hause weitergehen.

Niinistö war in der vergangenen Woche positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das Präsidentenbüro hatte am Dienstag mitgeteilt, dass er wegen anhaltender Coronasymptome im Krankenhaus untersucht werde. Niinistös Befinden wurde zu dem Zeitpunkt als relativ gut beschrieben, er habe weiter aus der Distanz gearbeitet.

Die Erkrankung des Präsidenten fällt in eine Zeit, in der das Parlament einen möglichen Nato-Beitritt Finnlands diskutiert. Dies wäre ein Bruch in der politischen Tradition des Landes, das mit Russland eine 1300 Kilometer lange Grenze teilt.

Nato-Beitritt könnte bevorstehen

Bisher ist Finnland EU-, aber nicht Nato-Mitglied. Die militärische Neutralität des Landes hatte lange großen Rückhalt in der Bevölkerung, auch wenn die finnischen Streitkräfte regelmäßig an Nato-Manövern teilnehmen. Seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine hat sich die Zustimmung der Finnen zu einem Nato-Beitritt in Umfragen auf rund 60 Prozent verdoppelt.

Niinistö will am 18. Mai nach Schweden reisen, wo es auch um den Beitrittsplan gehen soll. Es wird erwartet, dass die beiden Länder ihre Entscheidung in enger Abstimmung miteinander treffen.

Russland hatte Finnland und Schweden vor den »Konsequenzen« eines Nato-Beitritts gewarnt. Der stellvertretende Sicherheitsratschef Dmitrij Medwedew drohte für diesen Fall mit der Stationierung russischer Atomwaffen in der Nähe der drei baltischen Staaten und Skandinaviens.

als/AFP/dpa
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