Finnland Polizei berichtet von Hackerangriff auf Mailaccounts von Abgeordneten

Die Attacke liegt offenbar bereits zurück, nun machten Ermittler den Vorfall öffentlich: Hacker haben die E-Mail-Konten von finnischen Abgeordneten geknackt. Die Polizei nennt den Fall »außergewöhnlich«.
Foto: KACPER PEMPEL/ REUTERS

Die finnische Polizei untersucht einen Hackerangriff auf eine Reihe von E-Mail-Konten von Abgeordneten und Parlamentsmitarbeitern. Der Cyberangriff ereignete sich demnach bereits im Herbst und wurde durch das technische Überwachungssystem des Parlaments entdeckt.

Den Angaben zufolge ist bislang nicht bekannt, wer für den Angriff verantwortlich ist oder wie viele Hackerangriffe es bisher gab. Der Chefermittler der finnischen Bundespolizei, Tero Muurman, bezeichnete den Fall als »außergewöhnlich«.

Es gebe eine Möglichkeit, dass unbekannte Akteure durch den Hack an Informationen gelangt seien, »zum Vorteil anderer Staaten oder um Finnland Schaden zuzufügen«, so Muurman. Finnlands staatliche IT-Infrastruktur sei in den vergangenen Jahren wiederholt Ziel von Cyberattacken geworden, dieser Fall sei jedoch besonders besorgniserregend.

Zuletzt war im Oktober bekannt geworden, dass Cyberkriminelle an sensible Daten aus Psychotherapie-Behandlungen gelangt waren und damit Betroffene unter Druck gesetzt hatten.

Im Spätsommer hatten zudem die Behörden in Norwegen einen Angriff auf Politiker gemeldet, die dortigen Ermittler hatten den russischen Militärgeheimdienst dafür verantwortlich gemacht.

Finnlands Parlamentspräsidentin Anu Vehviläinen bezeichnete die Attacke am Montag als »ernsthafte Bedrohung« für Demokratie und Gesellschaft.

fek/dpa/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.