Finnland als Tor nach Europa Russische Luxusautos füllen Tiefgarage am Flughafen Helsinki

Direktflüge sind gestrichen, doch mit Umweg über Finnland können Russen relativ unkompliziert nach Westeuropa reisen. Das zeigt sich besonders in einem Parkhaus in Helsinki.

Die Planung von Reisen nach Westeuropa gestaltet sich für Russinnen und Russen komplizierter als vor Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine. Der europäische Luftraum ist infolge der Sanktionen für russische Maschinen gesperrt, wer schnell nach Westeuropa will, muss erst auf dem Landweg in einen EU-Staat reisen und von dort weiterfliegen. Mehrere Staaten im Baltikum und auch Finnland hatten zuletzt jedoch drastische Einschränkungen bei der Visavergabe für Russen angekündigt.

Wie intensiv offenbar vermögende Russen den Transit über Finnland nutzten, zeigt laut Medienberichten ein Blick in die Garage des Hauptstadtflughafens Helsinki-Vantaa. Wie unter anderem die Nachrichtenagentur AFP berichtet, finden sich dort in einem Nobelbereich des Parkhauses zahlreiche in Russland angemeldete Luxusautos. Demnach stehen in dem Parkhaus Dutzende bis Hunderte Edelkarossen, darunter etwa exquisite Modelle der deutschen Hersteller Porsche, Mercedes-Benz, BMW und Audi.

Teurer Lagerplatz: Die Unterbringung auf dem Premium-Parkdeck des Flughafenparkhauses kostet laut einem Bericht 174 Euro pro Woche

Teurer Lagerplatz: Die Unterbringung auf dem Premium-Parkdeck des Flughafenparkhauses kostet laut einem Bericht 174 Euro pro Woche

Foto: ALESSANDRO RAMPAZZO / AFP

Die Tageszeitung »Helsingin Sanomat « berichtet, dass neben den Luxuswagen auch etliche günstigere Fabrikate aus Russland in den Flughafenparkhäusern zu sehen seien. Das Abstellen auf dem Premium-Parkdeck kostet demnach 174 Euro pro Woche.

Laut AFP hatte sich zuletzt auch der finnische Außenminister Pekka Haavisto zu dem regen russischen Transitverkehr geäußert. »Der Flughafen Helsinki erlebt momentan viel russischen Tourismus«, sagte Haavisto demnach. Er hatte zuletzt angekündigt, dass Finnland die Zahl der an Russinnen und Russen ausgestellten Visa auf ein Zehntel des bisherigen Niveaus reduzieren werde.

DER SPIEGEL

Demnach wurden von Finnland bislang täglich etwa tausend Visumsanträge aus Russland akzeptiert. Die Zahl soll nun auf nur noch etwa hundert Anträge pro Tag sinken. Finnland will zudem ein Visa-Erleichterungsabkommen mit Russland aussetzen. Der Preis würde dann von aktuell 35 Euro auf 80 Euro pro Visum steigen.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte bei einem Treffen mit den Regierungschefs der nordischen Staaten in der vergangenen Woche hingegen gesagt, für Deutschland komme eine gegen Russen gerichtete Einreisesperre derzeit nicht infrage. Scholz verwies dabei auch auf russische Staatsbürgerinnen und -bürger, die vor Putins Regime flüchten. »Es ist nicht der Krieg des russischen Volks, es ist Putins Krieg«, sagte Scholz.

fek/AFP
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