Finnland Partei von Regierungschefin Marin schneidet bei Kommunalwahlen schlecht ab

Sanna Marin ist eine der jüngsten Regierungschefinnen weltweit, der Umgang der Finnin mit der Pandemie brachte ihr viel Anerkennung. Doch bei den Kommunalwahlen erlitten ihre Sozialdemokraten nun eine klare Niederlage.
Sozialdemokratin Marin: Bei den Lokalwahlen nur auf Platz zwei

Sozialdemokratin Marin: Bei den Lokalwahlen nur auf Platz zwei

Foto: JONATHAN NACKSTRAND / AFP

Seit anderthalb Jahren regiert Sanna Marin Finnland. Die Ministerpräsidentin ist mit ihren 35-Jahren eine der jüngsten Regierungschefinnen weltweit – und genießt über ihr Land hinaus ein hohes Ansehen. So hatte Finnland etwa vor der Coronapandemie ausreichend Schutzmasken gehortet und kam bislang vergleichsweise glimpflich durch die Pandemie.

Nun müssen Marins Sozialdemokraten bei den Kommunalwahlen jedoch eine empfindliche Niederlage hinnehmen. Wie unter anderem der öffentlich-rechtliche Sender Yle  berichtet, wurde die konservative NCP trotz Verlusten stärkste Kraft. Sie holte laut der Nachrichtenagentur AP 21,4 Prozent der Stimmen. Marins Sozialdemokraten erreichten dagegen nur 17,7 Prozent und landeten mit Abstand auf Platz zwei. Es folgte die Zentrumspartei mit 14,9 Prozent.

Die Wahlbeteiligung lag demnach nur bei 55 Prozent. »Das Ergebnis war nicht so gut, wie ich erwartet hatte«, gestand Marin später ein. Sie zeigte sich auch über die geringe Beteiligung enttäuscht. Bis auf eine Partei verloren alle fünf Parteien der Regierungskoalition an Zustimmung.

Nationalpopulisten gewinnen am stärksten hinzu

Deutliche Gewinne gab es demnach auch für die national-populistischen Basisfinnen (früher auch bekannt als Wahre Finnen). Sie legten um mehr als fünf Prozentpunkte auf 14,5 Prozent zu.

Laut AP war es Marins Sozialdemokraten zuletzt nicht gelungen, jüngere Wähler anzusprechen. Bei den Kommunalwahlen wurde in mehr als 300 Gemeinden gewählt, rund 35.000 Kandidaten gingen in dem Land mit rund 5,5 Millionen Einwohnern ins Rennen. Die Wahl gilt als wichtiger Stimmungstest vor der Parlamentswahl im Jahr 2023.

fek/AP
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