Flüchtlinge auf Sizilien Deutsches Rettungsschiff mit 440 Migranten darf anlegen

Die »Sea-Watch 3« hat zuletzt mit mehreren Aktionen Hunderte von Menschen aus Seenot gerettet. Jetzt darf das Boot erneut Flüchtlinge in Süditalien an Land bringen – darunter mehr als 200 Kinder.
»Sea-Watch 3« (Archivfoto)

»Sea-Watch 3« (Archivfoto)

Foto: David Lohmueller / dpa

Das deutsche Seenotrettungsschiff »Sea-Watch 3« darf nach tagelanger Wartezeit in Sizilien anlegen. Dem Schiff mit 440 Migranten an Bord wurde am Silvestertag die Stadt Pozzallo im Süden der italienischen Mittelmeerinsel als sicherer Hafen zugewiesen. Das bestätigte die Einsatzleiterin an Bord, Mattea Weihe, der Nachrichtenagentur dpa. Das Schiff der in Berlin ansässigen Organisation nahm am Vormittag bereits Kurs in Richtung Pozzallo.

Wegen schlechten Wetters kreuzte das Schiff zuletzt schon vor der sizilianischen Küste. Erst am Donnerstag schickte die Besatzung einen weiteren Appell an Italien: An Bord seien mehr als 200 Kinder, davon 167 ohne Eltern oder Begleiter. Sie alle seien in Libyen mit kleinen Booten in See gestochen, viele kämen aus Ländern südlich der Sahara.

Die »Sea-Watch 3« hatte in den vergangenen Tagen mit mehreren Aktionen Hunderte Menschen gerettet. Einige Migranten wurden von den Behörden aufgrund ihres gesundheitlichen Zustands bereits von Bord geholt.

In dieser Woche hatte zuvor das Schiff »Geo Barents« der Organisation »Ärzte ohne Grenzen« mit fast 558 Bootsmigranten im sizilianischen Hafen von Augusta anlegen dürfen. Die Migranten versuchen meist von Nordafrika über die gefährliche Mittelmeerroute nach Italien und damit in die EU zu kommen.

Das Innenministerium in Rom teilte am Freitag mit, dass nunmehr im Laufe des Jahres 67.040 Migranten von Rettungsschiffen in Italien an Land gehen konnten. Im Vorjahr waren es gut 34.000, im Jahr 2016 war ein Höchststand von mehr als 181.000 erreicht worden. Die Vereinten Nationen schätzen, dass bei dem Versuch, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen, in diesem Jahr mehr als 1800 Menschen ums Leben kamen.

asa/dpa/AFP
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