Flüchtlinge im Mittelmeer Seenotretter melden Tote und viele Vermisste

Die Organisation Ärzte ohne Grenzen hat im Mittelmeer 71 Menschen von einem seeuntüchtigen Boot gerettet. Einer Frau konnte nicht mehr geholfen werden, zahlreiche Personen werden vermisst.
Die »Geo Barents« von Ärzte ohne Grenzen im Mittelmeer

Die »Geo Barents« von Ärzte ohne Grenzen im Mittelmeer

Foto: Carmelo Imbesi / picture alliance / dpa / ANSA / ZUMA Press

Im zentralen Mittelmeer hat die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen nach eigenen Angaben Dutzende Personen gerettet, die auf einem seeuntüchtigen Boot unterwegs waren. 71 Personen seien von dem Schlauchboot geholt und auf das Schiff »Geo Barents« gebracht worden, twitterten die Retter. 22 Menschen werden den Angaben zufolge vermisst, eine Frau sei bei der Rettung gestorben. Zu der Gruppe gehörten demnach auch Kinder.

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Viele Gerettete seien traumatisiert und stünden noch unter Schock, schrieben die Helfenden. Unter anderem zwei Mütter hätten ihre Kinder in den Fluten verloren, eine andere junge Frau ihren Bruder. Noch in der Nacht seien Geflüchtete vom Schiff evakuiert worden, darunter auch ein schwer verletztes Kleinkind, hieß es. Es habe keine Vitalzeichen mehr gezeigt. Das Kind und die Mutter seien nach Malta zur Behandlung geflogen worden.

Überfahrt in untauglichen Booten

Die »Geo Barents« hatte die Menschen vor der libyschen Küste von deren Boot gerettet, wie Satellitendaten zeigten. Viele Menschen versuchen, von Nordafrika aus in teils schlecht ausgestatteten oder gar seeuntauglichen Booten Malta oder Italien zu erreichen, weil sie sich in der EU ein besseres Leben erhoffen. Nach Angaben der Vereinten Nationen starben bei den gefährlichen Überfahrten in diesem Jahr bereits offiziell 850 Menschen. Die Dunkelziffer könnte deutlich höher sein.

Unterdessen durften zwei deutsche Seenotrettungsschiffe nach langem Warten mit geflüchteten Menschen an Bord italienische Häfen anfahren. Die »Sea-Watch 4« bekam die Erlaubnis, mit etwas mehr als 300 geretteten Schutzsuchenden in Porto Empedocle auf Sizilien anzulegen. »Endlich ein sicherer Hafen«, twitterte die Berliner Organisation. Die »Louise Michel« brachte etwa zeitgleich 59 Migrantinnen und Migranten auf Lampedusa an Land.

mrc/dpa
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